Besuchte das Gymnasium in Prag, wo er ersten Musikunterricht erhielt, und war 1858–60 Praktikant auf einem Gutshof der Familie Schwarzenberg. Danach absolvierte er das Piaristengymnasium in Wien und studierte 1860–64 Violoncello und Klavier am Konservatorium der GdM. Daneben war W. als Privatlehrer tätig und trat ab 1868 vermehrt als Chordirigent Wiener Männergesangvereine ( Wiener Männergesang-Verein ) und als Chorregent (Piaristenkirche [Wien VIII] 1885–98) hervor. 1875/76 und 1881/82 ist W. als Kapellmeister am Wiener Ring-Theater (Komische Oper) nachweisbar, eine Spielzeit soll er in gleicher Eigenschaft am Stadttheater in Brünn (Brno/CZ) gewirkt haben. 1884–92 fungierte W. als künstlerischer Leiter der Wiener Singakademie , 1893–98 als Kapellmeister und Leiter der Chor-Elevenschule am Raimundtheater.
G: Gedenktafel am Wohnhaus (Wien VIII, Skodagasse 28) u. am Sterbehaus (Mödling, Kaiserin Elisabeth-Straße 19); Ehrengrab (Wr. Zentralfriedhof); W.gasse (Wien XIV).
P: Rumänisches Ritterkreuz des Ordens der Krone 1897; Ehrenchormeister des Wr. Sängerbundes 1882; Ehrenmitglied des Josefstädter MGV.s u. der Wr. Singakad.
W (ca. 340): Operetten (Don Quixote 1879 [gem. m. L. Roth], Die weiblichen Jäger 1880, Page Fritz 1889 [gem. m. Alfred Strasser], Der Schwiegerpapa 1893 [gem. m. Strasser]), Possen (Eine verhängnisvolle Urkunde 1876, Lorelei 1880, Der Herr Pomeisl 1897), Volksstücke (Verfehmt 1876, Die Leni 1898), Oratorium Hiob, Messen, Männer-, Frauen- u. gemischte Chöre (s. Abb.), Lieder.
Lit: E. Anzenberger-Ramminger, M. v. W. 1999; Kosch 5 (2004); MGG 14 (1968); Eisenberg 1893; J. Jernek, Der österr. Männerchorgesang im 19. Jh., Diss. Wien 1937; Czeike 5 (1997); R. Fischer (Hg.), Dt. Chormeisterbuch 1925; Riemann 1929; F-A 1936; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996; Beiträge von V. Keldorfer u. A. Decker in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; Adametz (1943); Wurzbach 54 (1886); W. Szmolyan in Mödling. Landwirtschaft, Kultur u. Wirtschaft, hg. v. d. Stadtgemeinde Mödling 1975; O. Biba in Fs. 250 Jahre Piaristenpfarre Maria Treu 1969; C. F. Pohl, [Fs.] Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 871, 187; www.wienersingakademie.at (3/2006); eigene Recherchen (Bühnen-Jb.er).
ChF