Roth, Brüder
Franz: * 7.8.1837 Wien, † 24.10.1907 Wien. Komponist, Kapellmeister, Pianist.

Nach Klavierausbildung als Klavierbegleiter (u. a. von O. Bull auf dessen Amerikatournee) tätig; gründete 1858 eine Konzertkapelle in Wien; bis 1885 Kapellmeister am Theater an der Wien, am Strampfertheater, Theater in der Josefstadt, Wiener Stadttheater und Carltheater; 1886–89 Dirigent am Wallnertheater in Berlin, danach wieder in Wien bis 1905 am Deutschen Volkstheater tätig. R. schrieb die Musik zu zahlreichen Possen und Volksstücken (u. a. auch zu Stücken von Ludwig Anzengruber, aber auch zu Der Traum ein Leben von F. Grillparzer).

W: Operetten (Die Jockeys), Singspiele (Strauß und Lanner), Musik zu Possen, Schwänken (Der Raub der Sabinerinnen [T: Franz u. Paul v. Schönthan]), Volksstücken (s’Nullerl [T: Karl Morré], Am Tage des Gerichtes [T: P. Rosegger]) und Märchenspielen (Habsburg [T: Alfred v. Berger]); Lieder, Couplets.

Louis: * 20. [Ulrich, F-A: 30.] 4.1843 Wien, † 28.9.1929 Baden/NÖ. Komponist, Kapellmeister. Studierte in Wien bei C. M. Pfeffer Klavier und bei Vetter und Kaismeier Theorie. 1874/75 Chormeister bei verschiedenen Gesangvereinen, 1875/76 Kapellmeister am Danzerschen Orpheum, bis 1884 Kapellmeister und Hauskomponist am Theater an der Wien; ab 1884 Komponist am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin. Einige seiner Operetten waren überaus erfolgreich.

W: Operetten (Don Quixote [gem. m. M. v. Weinzierl], Der Marquis von Rivoli, Der Nachtwandler, Die Zwillinge [gem. m. R. Genée], Die Urwienerin, Die Lieder der Mirza Schaffy, Der Lieutenant zur See, Der Polengraf, Der goldene Kamerad, Frau Reclame, Der Tugendring), Musik zu Possen und Volksstücken, Klaviermusik.

Lit: ÖBL 9 (1988); Riemann 1929 [F. R.]; Kosch 3 (1992); DBEM 2003; F-A 1936; Ulrich 1997; R. Holzer, Die Wr. Vorstadtbühnen 1951, 354f; Bauer 1950; Stieger II/3 (1978).

BB