Stammte aus einer Schauspielerfamilie, erstes Engagement 1841/42 in Linz, danach zunächst am Theater in der Leopoldstadt, 1843–46 Mitglied des Hoftheaters in Weimar/D; Heirat mit der Primadonna Anna von Ottenburg (ca. 1830–58). Mit verschiedenen Schauspieltruppen reiste er anschließend durch Deutschland und Österreich, 1847/48 gehörte er dem Wiener Hofburgtheater an. 1850–62 wirkte St. als Theaterdirektor in Triest (Trieste/I), Temesvár (Timişoara/RO), Laibach (Bühnenleiter) und Hermannstadt (Sibiu/RO). 1862–69 am Theater an der Wien, zog sich 1869/70 nach Vois bei Schwarzau am Schneeberg/NÖ zurück.
Im November 1870 erwarb er – nachdem Anton Küstner (Köstler) dort kurze Zeit ein Vaudeville-Theater betrieben hatte – das alte Gebäude der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien , das er am 12.9.1871 als St.-Theater (28 Logen, 600 Sitzplätze) eröffnete. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verpachtete St. das Theater ab 1.9.1874 an J. Gallmeyer und Nikolaus Duffek (Pseud. Julius Rosen), die es noch bis zum 22.2.1875 bespielten. Ab Oktober des Jahres wurde es von Robert Löwe noch kurze Zeit als Vaudevilletheater genutzt, in der Folge scheiterten mehrere Reaktivierungsversuche (Umbenennung in Tuchlaubentheater 1880). 1881/82 wurde das Gebäude schließlich abgerissen.
1873/74 hatte St. auch die Direktion des Deutschen Theaters in Budapest inne, im Sommer 1875 gab er ein Gastspiel mit einer Theatertruppe am Berliner Viktoriatheater. 1875–78 lebte er zurückgezogen in Wien und gab Schauspielunterricht. 1878/79 gemeinsam mit seiner Schwester Caroline Völkel-St. (* ca. 1820, † nach 1881) Leiter des Ring-Theaters, 1880 Regisseur am Wiener Stadttheater, 1882 kurz künstlerischer Leiter des Volkstheaters Rudolfsheim (Wien XV) und 1882/83 Direktor des Carltheaters. 1883 ging er in die USA, kehrte 1888 über Berlin wieder nach Wien zurück und war 1889/90 Direktor einer Theaterschule in Graz.
G: St.gasse (Wien XIII).
Lit: G. Rech, F. St., Diss. Wien 1935; Kosch 4 (1998); Hadamowsky 1988; H. Pemmer in Wr. Geschichtsbll. 19 (1964); Czeike 5 (1997) [St., St.gasse, Theater unter den Tuchlauben]; ADB 36 (1893); Eisenberg 1903; Wurzbach 39 (1879); R. Holzer, Die Wr. Vorstadtbühnen, 490f; K. Weiß (Hg.), Theater-Almanach [f. das St.-Theater] zum neuen Jahre 1872, 1872; Theater-Gesetze (Disciplinar-Verordnungen) f. das k. k. priv. Theater a. d. Wien unter der Leitung des Schauspiel-Directors F. St. 1862; Theatergesetze f. jene unter der Leitung des Schauspiel-Directors F. St. stehenden Bühnen 1852; Ulrich 1997 [St., Völkel-St.].
ChF