1873/74 nach Plänen von Emil von Förster erbaut, wurde es am 17.1.1874 unter der Direktion Albin Swoboda mit dem Barbier von Sevilla von G. Rossini unter der Leitung von H. Proch eröffnet. Nach wechselnden Pächtern (1874 Willy Hasemann, 1875 Siegfried und Theodor Rosenfeld, Heinrich Hirsch, wieder Swoboda) eröffnete Karoline Völkel-Strampfer am 27.9.1878 das Haus unter dem neuen Namen R. u. a. mit L. v. Beethovens Weihe des Hauses unter der Leitung von F. Mottl. Der vielfältige Spielplan umfasste v. a. Lustspiele.
Am 1.10.1881 eröffnete F. Jauner das Wr. R. Während seiner Direktion brannte das Theater am 8.12.1881 vor einer Vorstellung von Hoffmanns Erzählungen von J. Offenbach unter dramatischen Umständen ab. Bauliche Fehlplanungen und technische Gebrechen führten zur Katastrophe mit rund 400 Toten. Von einem Wiederaufbau wurde Abstand genommen. Als Folge des Brandes wurde 1882 ein neues Gesetz erlassen, das größere Sicherheitsvorkehrungen in Theatern vorschrieb (u. a. den eisernen Vorhang). Weiters wurde die Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft gegründet. An Stelle der Brandruine wurde aus Mitteln der kaiserlichen Privatschatulle von Dombaumeister Friedrich Schmidt das sog. Sühnhaus gebaut, das 1945 ausbrannte und 1951 abgetragen wurde.
G: Gedenktafel (am Gebäude der Bundespolizeidirektion).
Lit: Czeike 4 (2004); P. Cerny, Der R.-Brand – ein Versäumnis?, Diss. Wien 1986; H. Bouzek, Wien und seine Feuerwehr. Der Brand des Wr. R.s 1991.
AH