Fränkisches Adelsgeschlecht, 1172 erstmals urkundlich erwähnt; der Name Sch. wird seit dem Erwerb der gleichnamigen Herrschaft 1405 geführt (Freiherren zu Sch., ab 1566/99 Grafen, ab 1671 Reichsfürsten). 1661 erbten die Sch. von den Eggenbergern große Ländereien in Österreich (Steiermark, Krain) und Böhmen; Hauptsitz der Familie war ab 1654 Wien, seit dem 18. Jh. bis 1918 auch Böhmisch Krumau (Český Krumlov/CZ). Die Familie kann als typisches Ministerialengeschlecht angesehen werden, deren zahlreiche Mitglieder in kaiserlichen Diensten zu finden sind (v. a. in militärischen Funktionen).
Nachrichten über ein Musikleben am Hof der Familie Sch. stammen aus dem frühen 18. Jh.: Bereits Adam Franz Karl (1703–32) soll Musiker in seinen Diensten gehabt haben (Trompeter, den Lautenisten Jakob Karl Kohaut [K. v. Kohaut] und einen Kopisten).
Sein Nachfolger, Joseph Adam Nepomuk (1732–82), gründete eine eigene Adelskapelle, die jedoch kaum mehr als 10 Musiker umfasste (allerdings bevorzugte er Domestiken, die auch über musikalische Kenntnisse verfügten und wahrscheinlich in mehrfacher Funktion im fürstlichen Haushalt eingesetzt wurden; berühmt wurde hingegen die 1762 gegründete Sch.ische Harmoniemusik, der G. Triebensee, Ludwig Partl, J. Wendt, I. Teimer, Wenzel Kautzner und Johann Vodička angehörten (bestand bis 1796 vollständig, bis 1808 in Teilen). Unter seiner Regierung wurde 1765/66 in Krumau auch ein neues Schlosstheater errichtet (bereits Adam Franz hatte mit der Aufführung von Opern in Krumau begonnen).
Joseph Johann Nepomuk (1769–1833) und sein Vorgänger Johann Nepomuk (1782–89) waren Mitglieder der Associierten Cavaliers in Wien, für deren Aufführungen der Fürst das alte Stadtpalais (u. a. J. Haydns Schöpfung und Jahreszeiten) zur Verfügung stellte. J. J. N. war mit G. van Swieten, J. Haydn und A. Salieri befreundet und förderte zahlreiche junge Künstler (u. a. L. v. Beethoven, der ihm sein Quintett op. 16 widmete). Ein Bruder J. J. N.s, Ernst (* 29.5.1773 Wien, † 14.3.1821 Wien), Mitglied des Domkapitels von Salzburg (ab 1795) und Inhaber zahlreicher anderer geistlicher Ämter, zählte zum Freundeskreis von J. M. Haydn, B. Hacker, Johann Anton Susan, welche ihm zahlreiche Werke widmeten. Ernst komponierte einige Vokalwerke (geistlich wie weltlich) bzw. Klaviermusik, verfasste eine Schrift zur Errichtung einer Musikakademie in Salzburg und ließ auf seine Kosten Elisabeth, die Schwester von S. Neukomm, ausbilden. 1818 wurde er zum Bischof von Raab (Győr/H) ernannt und 1819 geweiht. Das Musikarchiv der Familie Sch. befindet sich derzeit [2005] in Krumau und umfasst ca. 6.500 Stücke.
Lit: LdM 2000; ÖL 1995; ÖBL 12/55 (2001); J. Záloha in StMw 44 (1995); MGÖ 2 (1995); Wurzbach 33 (1877).
ETH