Stand ab ca. 1765 in Diensten der Fürsten Schwarzenberg. 1771–87 spielte er in der von Fürst Joseph Adam gegründeten Harmoniemusik, die von J. A. Jüngling geleitet wurde und der neben T. u. a. Matthias Gross, Johann Vodička, Peter Bradác, Joseph Fikar, J. G. Triebensee, Johann Schlechta und J. Went angehörten. Spätestens ab 1783 ist T. in Wien nachweisbar. (Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass er mit jenem Ignaz Theiner identisch ist, der für 1795/96 als Flötist am Freihaustheater E. Schikaneders überliefert ist.) Seine Söhne
Johann: * ca. 1759 Postelberg/Böhmen (Postoloprty/CZ), † 13. od. 15.8.1796 Wien. Oboist. Gehörte zunächst 1778–82 gemeinsam mit seinem Bruder Philipp dem Pressburger Orchester des Primas von Ungarn, Kardinal Joseph Fürst v. Batthyány an. 1783–96 spielte er in der Schwarzenbergischen Harmoniemusik, 1795/96 ist er weiters als Oboist am Wiener deutschen Theater (Burgtheater) überliefert. Auch sein Sohn Josef (* 1795 Wien?, † nach 1805) wurde Oboist; er war 1805 Schüler J. G. Triebensees und trat per 1.10.1805 in eine französische Militärkapelle ein.
Philipp (Filip): * ca. 1763 Postelberg, † 1.12.1817 Laimgrube (heute Wien VI). Oboist und Sänger (Bass), Schauspieler. Gehörte ab 1783 der Harmoniemusik des Fürsten Schwarzenberg an und spielte angeblich auch in verschiedenen anderen Wiener Orchestern. Bereits 1797 soll er als Bassist von E. Schikaneder ans Freihaustheater engagiert worden sein; gesichert ist, dass er 1799 ein Inventar der Musikalien der Schwarzenbergischen Harmoniemusik verfasste. Ab 1800 gehörte er dem Ensemble des neu gegründeten Theaters an der Wien an.
Franz: * ca. 1763 Postelberg, † 15.5.1796 Landstraße (heute Wien III). Oboist. War 1788–96 für die Fürsten Schwarzenberg tätig. Gemeinsam mit seinen Brüdern J. und Ph. bildete er ein in Wien bekanntes Trio (2 Oboen und Englischhorn), für das F. A. Hoffmeister Kompositionen geschrieben haben soll. Für einen der Brüder T. komponierte J. v. Eybler seine (verschollenen) Oboenquintette.
Ignaz (d. J.): * ca. 1780 (Ort?), † nach 1799 (Ort?). Musiker. Aus der zweiten Ehe I. T.s stammend, wird er in der Verlassenschaftsabhandlung seines Vaters als „Musicus“ genannt. Weitere Nachrichten fehlen.
Ph.s Tochter Caroline(Karolina): * ca. 1795 Wien, † nach 1842 (Ort?). Schauspielerin und Sängerin. 1811/12 und 1816–42 Mitglied des Hofburgtheaters, dazwischen am Theater an der Wien. Ihre Schwester Henriette (* ca. 1796 Wien, † 11.7.1818 Heiligenstadt [heute Wien XIX]) heiratete F. A. Forti.
Lit: LdM 2000 [Schwarzenberg]; J. Záloha in StMw 44 (1995); A. Mörath in Das Vaterland 10.3.1901; Wurzbach 43 (1881); K-R 1997 [Forti, T.] u. 2000; Kosch 1 (1953) [Forti] u. 4 (1998); A. Meier in HaydnJb 10 (1978); J. F. Schönfeld, Jb. der Tonkunst von Wien u. Prag 1796; H. Herrmann, Thematisches Verzeichnis der Werke von J. Eybler 1976, 295; Ulrich 1997 [T., Theimer, Forti]; MGÖ 2 (1995) [Theimer]; WStLA (TBP 1796, 1799, 1817; Verlassenschaftsabhandlungen der Familie T. u. der H. Forti; Portheim-Kat.; G. Gugitz, Auszüge aus dem TBP 18. Jh. [Archivbehelf]).
ChF