Wie auch der Wiener Singverein entstand die WSA aus den seit 1814 – jedoch mehrmals unterbrochenen – sog. „Chorübungen“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien . Da diese Chorübungen (regelmäßige Proben von Laien auf freiwilliger Basis) sich nicht bewährten und auch die Zusammenarbeit mit dem Präsidium der GdM problematisch war (Reformvorschläge wurden mehrfach abgelehnt), entschloss sich Chormeister F. Stegmayer, unterstützt durch ein Personenkomitee (u. a. A. Schmidt, den Gründer des Wiener Männergesangvereins ), zur Gründung einer Singakademie nach Berliner Vorbild. Am 15.3.1858 wurde die Bewilligung zur Gründung gegeben, am 25.3.1858 fand die konstituierende Sitzung statt. Die GdM reagierte gründete ihrerseits mit 16.4.1858 als Zweigverein den Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde. Im Sommer 1858 gab es kurzzeitig Bemühungen, beide Chöre wieder zu fusionieren. Als autonomer Verein nicht an einen Konzertveranstalter gebunden, widmete sich die WSA von Beginn an zeitgenössischer Musik und der a cappella-Literatur; die Proben fanden in gemieteten Räumen statt – erst ab 1913 erhielt die WSA im neuerbauten Konzerthaus eine Heimstätte.
Die WSA besteht derzeit aus ca. 150 aktiven Sängerinnen und Sängern und bestreitet durchschnittlich zehn Konzerte pro Saison, die meisten als Hauschor des Konzerthauses. Die Pflege zeitgenössischer Literatur besteht nicht nur in der Aufführung großer Chor-Orchesterwerke, sondern auch in der Zusammenstellung von a cappella-Programmen in Zusammenarbeit mit Komponisten (z. B. F. Thürauer).
P: Salvatormedaille der Stadt Wien 1908; Goldene Medaille f. Wissenschaft u. Kunst 1908; Dr. Karl Renner-Preis 1958.
Lit: K. Ulz, Die WSA. Gesch. u. Chronik, Diss. Wien 1986; Czeike 5 (1997); www.wienersingakademie.at (6/2006) [mit Konzertarchiv ab 1858].
ETH