DasVorarlberger Rundfunkorchester und die Vorarlberger Oratorienvereinigung bestritten die ersten Konzerte. Höhepunkte waren Auftritte von Mitgliedern des Wiener Staatsopernballetts und der Wiener Symphoniker , die seither als Festspielorchester fungieren. 1947 kam es mit W. A. Mozarts Entführung aus dem Serail zur ersten größeren szenischen Aufführung im Strandbad. Programmschwerpunkte der folgenden Jahre bildeten das Spiel auf dem See, Ballett, Theater, Konzerte. In der Stadthalle fanden die Theateraufführungen statt (1952 zusätzlich Operettenaufführungen). Nach 1955 konnte das neu erbaute Kornmarkttheater für Theater-, Opern- bzw. Operettenaufführungen genutzt werden (Eröffnung mit G. Rossinis Barbier von Sevilla). Seit 1948 wurde die Spielzeit kontinuierlich ausgeweitet. Das Repertoire der Pionierjahre umfasste bekannte Opern und Singspiele von W. A. Mozart, G. Rossini, O. Nicolai, A. Lortzing u. a., Operetten von Joh. Strauß, K. Millöcker, C. Zeller, F. v. Suppè, R. Heuberger u. a. Als Künstler konnten namhafte Persönlichkeiten gewonnen werden: die Dirigenten H. Swarowsky, K. Böhm, C. Krauss, A. Paulik u. a., die Sänger H. Rosvaenge, W. Kmentt, K. Dönch, E. Réthy, H. Konetzni u. a., Schauspieler aus dem Ensemble des Wiener Burgtheaters wie Walther Reyer, F. Liewehr, Ewald Balser, Attila Hörbiger, Käthe Gold, Paula Wessely u. a. Die Chorpartien wurden neben dem Bregenzer Festspielchor von Gastchören, dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien (seit 1961), dem Wiener Staatsopernchor (1962–81), dem Kammerchor Sofia und dem Moskauer Kammerchor bestritten.
1982 wurde das neue Festpielhaus am See eröffnet. Mit der Übernahme der Leitung durch A. Wopmann 1983 (Direktor 1952–82 E. Bär, Präsident 1963–68 Walter Rhomberg [1911–92], derzeit [2002] Günter Rhomberg) geht die Programmgestaltung neue Wege. Im Vordergrund steht „aktuelles Musiktheater als zeitgemäße Form vom musikalischen Volkstheater“ (Meuli). Im Festspielhaus gibt es selten gespielte Werke der Opernliteratur (Camille Saint-Saëns' Samson et Dalila 1988/89, Hector Berlioz' Damnation de Faust 1992, A. Rubinsteins Der Dämon 1997 u. a.) zu sehen, am See wird Bekanntes in aktuellen Sichtweisen präsentiert (G. Verdis Nabucco, L. v. Beethovens Fidelio, George Gershwins Porgy and Bess u. a.). Die sog. „Bregenzer Dramaturgie“ wird von Regisseuren wie Jérôme Savary, David Pountney, dem Bühnenbildner Stefanos Lazaridis u. a. geprägt. Seit 1997 gibt es eine Probebühne, die als zusätzlicher Veranstaltungsort genutzt werden kann. Jugendprogramm (Fest des Kindes, Tag der Jugend) und ein Opernworkshop ergänzen das musikalische Angebot.
Lit: E. Bär, Spiel auf dem See. Die B. F. von der Gründung bis zur Gegenwart 1984; D. Stecher-Konsalik/W. Lingenhöle (Hg.), Musik auf dem See. Verzaubertes Bregenz 1986; A. Meuli (Hg.), Die B. F. 1995.
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