Böhm, Familie
Leopold: * 5.4.1865 Graz, † 9.12.1933 Graz. Jurist.

Arbeitete nach seiner Promotion 1889 als Rechtsanwalt und bei der Steiermärkischen Sparkasse. In seiner Freizeit machte er sich um das Grazer Konzertleben und die Akademische Sängerschaft Gothia verdient.

Lit: StMl 1962–66.

Sein Sohn Karl: * 28.8.1894 Graz, † 14.8.1981 Salzburg. Dirigent. Jusstudium in Graz (Promotion 1919) und Studium an der MAkad. in Wien; Debüt 1917 in Graz. 1920 Engagement am Grazer Stadttheater, 1921 München, 1927 Generalmusikdirektor in Darmstadt, 1931–33 Leitung des Opernhauses in Hamburg (hier Begegnung mit R. Strauss). 1933 dirigierte B. erstmals an der Wiener Staatsoper. 1934–42 Direktor der Dresdener Oper und Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatskapelle. 1938 erstes Auftreten bei den Salzburger Festspielen . 1943–45 und 1954–56 Direktor der Wiener Staatsoper (leitete u. a. die Fidelio-Aufführung anlässlich der Wiedereröffnung 1955). B. erwarb sich in den 1950er und 1960er Jahren zusammen mit dem Wiener Mozart-Ensemble der Staatsoper einen Ruf als Mozartinterpret. Die persönliche Freundschaft mit R. Strauss führte zu zahlreichen bahnbrechenden Interpretationen (Daphne, B. gewidmet, Elektra, Salome u. a.).1964 erster Generalmusikdirektor in Österreich. Er dirigierte an fast allen großen Opern- und Konzerthäusern sowie bei zahlreichen Festspielen. Mit der nach seinem Tod errichteten Dr.-Karl-Böhm-Stiftung werden junge Musiktalente gefördert.

P: Prof.-Titel 1935; Ehrenring der Wiener Symphoniker 1954; Bruckner-Ring 1962; Ehrenring der Stadt Wien 1964; Großes Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1970; Ehrenmitglied der Staatskapelle Dresden 1974; Ehrenbürger der Stadt Wien 1978; Ehrenmitglied der Wiener und der Bayerischen Staatsoper und der Staatstheater Dresden.

Schr: K. B., Ich erinnere mich ganz genau [Autobiographie] 1968; Czeike 1 (1992).

Lit: NGroveD 3 (2001); MGG 3 (2000); ÖL 1995; F. Endler, K. B. 1981; Czeike 1 (1992).

ETH