Studierte vier Semester an der Univ. Wien, war Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und gehörte 1922–65 den Wiener Philharmonikern an, deren Konzertmeister und Vorstand (1945/46) er war. Das nach ihm und dem Cellisten Wilhelm Winkler (1892–1973) benannte S.-Winkler-Quartett (gegr. 1923) zählte zu den beliebtesten Kammermusikformationen Wiens der Zwischenkriegszeit, 1924/25 gehörte es zu den ersten Ensembles, die im Radio zu hören waren; Auftritte sind bis 1950 im Wiener Konzerthaus nachweisbar. Es brachte zahlreiche Werke von F. Ippisch zur UA, der sich um die Gründung des Quartetts verdient gemacht hatte. S. war nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Dirigent tätig, so in der Hofburgkapelle, an der Wiener Staatsoper und bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien .
P: Prof.-Titel 1935; Österr. Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst 1962; Ehrenmitglied der Wr. Philharmoniker 1967.
Lit: Czeike 5 (1997) [Sedlack]; W. W. Orgel (Bearb.), Wer ist wer in Öst. 1953; St. S. Taylor (Hg.), Who is who in Austria 1957/58, 1959; E. Werba in ÖMZ 33 (1978); Wr. Ztg. 20.12.1977; Hellsberg 1992; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942, 118; K. Schenk, Die Wr. HMK in der 1. Hälfte des 20. Jh.s (1900 bis 1955), 2001; MGÖ 3 (1995) [S.-Winkler-Quartett]; Slg. Moißl; WStLA (Biographische Slg.); http://konzerthaus.at/archiv/datenbanksuche/ (8/2005); Mitt. Archiv Wr. Philharmoniker; eigene Recherchen.
Adolf: * 7.8.1901 Wien, † 31.8.1979 Wien. Musikpädagoge. Studierte an der Univ. Wien Musiktheorie bei H. Grädener und besuchte das Neue Wiener Konservatorium. Zunächst Chor- und Orchesterleiter in Wien, wirkte S. später v. a. als Musikpädagoge und leitete ab 1945 die musiktheoretische Abteilung am Horak-Konservatorium (Horak, Musikschule), dessen Direktor er 1959–79 war (seit 1943 Direktorstellvertreter). Während seiner Amtszeit erhielt das Konservatorium 1961 das Öffentlichkeitsrecht, musste jedoch trotzdem auf zwei Standorte reduziert werden.
P: Prof.-Titel 1957; Reg.rat 1972.
W: Chöre, Lieder, Klavierstücke, Musik zu Totentanz (Max Gümbel-Seiling); Klavierfibel f. vier Hände 1966; Mein Spielbuch 1967.
Schr: Modulationslehre 1951.
Lit: Riemann 1961 u. 1975; F-A 2 (1978); E. W. Partsch (Hg.), [Fs.] Nicht Drill, sondern musikalische Erziehung 1992; ÖMZ 18 (1963), 314; ME 33 (1979/80), 126; Slg. Moißl; Mitt. MA 61.
ChF