1867 als „Clavier-Schule“ von E. Horak in dessen Privatwohnung eröffnet und nach den pädagogischen Grundsätzen von Johann Heinrich Pestalozzi und Adolph Diesterweg geführt, erfreute sich die H.-M. bald eines so großen Zustromes an Schülern, dass Horak ein eigenes Schullokal (Wien IV, Heumühlgasse 4) mieten musste. 1892 besaß die H.-M. vier Standorte in Wien, an denen 70 Lehrer 1867–92 insgesamt ca. 15.000 Schüler ausbildeten (die H.-M. hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Schüler als das Konservatorium der GdM). Lehrer waren u. a. I. Brüll, H. Graedener, R. Weinwurm, Th. Helm und A. Grünfeld.
Nach Horaks Tod übernahm sein enger Vertrauter Franz Brixel, der seit 1871 an der H.-M. unterrichtet hatte, die Leitung, die er im Sinne des Gründers weiterführte. Sein Nachfolger Friedrich Spigl (* 1860) und ebenfalls aus dem Führungsstab Horaks, der die Schule während des Ersten Weltkriegs übernahm, passte Organisation und Unterrichtsmethode der Zeit an, richtete eine Klasse für Streichinstrumente und 1917/18 eine Opernklasse ein. M. Dietz, J. Zuth und F. Salmhofer konnte er als Lehrer gewinnen. Nachkriegsdepression und allgemeine Wirtschaftskrise reduzierten die Zahl der Schüler drastisch, Standorte mussten geschlossen, 1935 erstmals um staatliche Subventionen angesucht werden. Spigl legte 1935 die Direktion zurück und übergab sie Carl Ballon, der jedoch schon 1937 pensioniert wurde und die Leitung an die Horak-Schülerin Gisela Gurtner übertrug. Die Schülerzahl war von 1263 (1919) auf knapp über 100 (1937) gesunken. Gurtner gelang es, nicht nur nach dem Einmarsch 1938 eine Genehmigung für die Schule zu erhalten und die Zahl der Schüler deutlich zu erhöhen (zu diesem Zweck wurde das Gebäude des ehemaligen Schubert-Konservatoriums in der Hegelgasse, Wien I, dessen Besitzerin emigriert war, gemietet), sondern 1941 auch die Erhebung zum Konservatorium: Horak Konservatorium und Musikschulen. Privatanstalt für Musik, Tanz und dramatische Kunst. Nach Kriegsende sorgte Gurtner für einen raschen Wiederaufbau des Schulbetriebes und die Errichtung neuer Standorte (Baden, Bad Vöslau/NÖ). Unter ihrem Nachfolger Adolf Sedlak (1959–79) erhielt das H.-Konservatorium zwar das Öffentlichkeitsrecht (1961), doch mussten wegen drastisch sinkender Schülerzahlen die Standorte auf zwei reduziert werden (Wien VI, Mariahilferstrasse 51 und Wien II, Karmeliterplatz 1). Unter der Direktion von Leopold Wech 1979/80 erfolgte die Namensänderung in Franz Schubert-Konservatorium. Unter Helmut Neumann (1980–83) erfolgte eine Modernisierung des Lehrplanes wie der Unterrichtsräume, die durch den derzeitigen (2002) Direktor Karl Svec (selbst Absolvent des H.-Konservatoriums) weitergeführt wird, sodass die Schule mit dem Konservatorium der Stadt Wien und dem Prayner-Konservatorium für einen qualitativ hohen Musikernachwuchs in Wien sorgt.
Lit: E. W. Partsch (Hg.), Nicht Drill, sondern musikalische Erziehung 1992.
ETH