1835–38 Violoncellist in Helsinki, 1838–48 Univ.smusikdirektor und Vereinsdirigent in Kiel/D, 1851 Gründer und bis 1861 Leiter einer Gesangsakademie in Hamburg, 1862–65 Lehrer für Gesang und Theorie am Wiener Konservatorium, 1863 auch Dirigent des Evangelischen Chorvereins, danach Lehrer am Konservatorium in Hamburg.
W: Klavier-, Kammer- und Orchestermusik, Opern, Vokalmusik.
Lit: NGrove 10 (2001); MGG 5 (1956); Riemann 1959.
Sein Sohn Hermann Theodor Otto: * 8.5.1844 Kiel/D, † 18. [Czeike u. ÖBL: 15.; Czeike gibt Grab am Zentralfriedhof, ÖBL Neue Freie Presse vom 17.9. an] 9.1929 Wien. Komponist, Theorielehrer, Dirigent, Violinist und Organist. Ausbildung bei seinem Vater und bei J. Hellmesberger am Konservatorium. 1862 Organist in Gumpendorf (Wien VI), 1864 Violinist im Hofopernorchester; 1873 Theorielehrer an der Klavierschule E. Horak, 1877–1913 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde bzw. der MAkad.; 1892–96 Dirigent der Wiener Singakademie; dirigierte Konzerte während der Internationalen Ausstellung für Musik- und Theaterwesen; 1899 Lektor für Harmonie-, Formenlehre und Kontrapunkt an der Univ. Wien, leitete die Akademische Orchestergesellschaft und den Akademischen Gesangverein; bekannter Kompositionslehrer; ab 1913 im Ruhestand.
G: G.gasse (Wien XXI).
W: Oper (Richter von Zalamea); Oratorium (Die heilige Zita); Werke für Soli, Chor und Orchester (Wittenberg; Der Spielmann); Symphonien; Violin- und Violoncellokonzerte; Klavier-, Orgel- und Kammermusik (s. Abb.).
Lit: NGroveD 10 (2001); MGG 5 (1956); Czeike 2 (1993); ÖBL 2 (1959); MGÖ 3 (1995); K. P. F. Grädener, Meine Jugenderinnerungen 1920; Slg. Moißl.
Dessen Sohn Hermann: * 29.4.1878 Wien, † 24.2.1956 Altmünster/OÖ. Schriftsteller. Verfasste historische Dramen und Romane nationalsozialistischer Tendenz.
Lit: Personenlex. Öst. 2001.
Dessen Frau Magda (Pseud. von Hattingberg): * 12.10.1883 Wien, † 13.2.1959 Gmunden/OÖ. Pianistin und Schriftstellerin. Schülerin von F. Busoni, den sie 1914 in Berlin mit R. M. Rilke bekannt machte. Rilkes Musikverständis ist v. a. M. G., die ihm viele Komponisten auf dem Klavier nahebrachte und von Rilke „Benvenuta“ genannt wurde, zu verdanken.
W [unter M. v. Hattingberg]: Rainer Maria Rilke. Briefwechsel mit Benvenuta 1954; Rilke und Benvenuta 1943; Franz Liszts dt. Sendung 1938; Hugo Wolf. Vom Wesen und Wert des größten Liedschöpfers 1941; Hugo Wolf 1953.
Lit: MGG 11 (1963, Rilke).
BB