Früh erblindet, kam er 1849 an das k. k. Blindenerziehungsinstitut in Wien. 1857 studierte er am Konservatorium Klavier (bei E. Pirkhert) und Theorie (bei S. Sechter). Ab 1863 unternahm er Konzertreisen und wurde in Hannover/D beim (ebenfalls blinden) König Georg V. Kammerpianist und Musiklehrer von dessen Töchtern. 1866 folgte L. seinem Dienstherrn nach Wien, nahm in Gmunden bei J. Ev. Habert Unterricht im Orgelspiel und wurde zu einem der bedeutendsten Organisten Österreichs. Ab 1879 konzertierte er u. a. in Graz, Triest, Leipzig/D, Berlin, Hamburg/D und Budapest. Er unterrichtete 30 Jahre am Israelitischen Blindeninstitut in Wien. Ab 1893 Mitglied der Gesellschaft für Herausgabe von DTÖ (Generalbass-Aussetzung), vermittelte ihm G. Adler Kompositionsaufträge aus Prag. 1904 wurde L. Hoforganist. Zu seinen Schülern gehörten A. Schönberg, J. Bittner, R. Braun und P. Wittgenstein.
G: Denkmal 1928 (Wien III, vor dem Wiener Konzerthaus); L.weg (Wien XVI).
P: Prof.-Titel 1922.
W: Kirchenmusik; Chorwerke, Lieder; Orch.-Werke (V.-Konzert); Werke für Kl. u. Org. (Phantasie über die österr. Volkshymne, Sonate h-Moll); Kammermusik (s. Abb.).
Lit: LdM 2000; NGroveD 14 (2001); ÖBL 4 (1969); MGG 8 (1960); P. Kundi, J. L., Diss. Wien 1963 [mit WV]; Czeike 3 (1994); Riemann 1975; F-A 2 (1978); Wurzbach 13 (1865); G. Adler in NFP 27.6.1922; G. Adler, Wollen und Wirken 1935; E. Th. Hilscher, Denkmalpflege und Musikwissenschaft 1995; MGÖ 3 (1995); Teilnachlass: WStLB.
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