Erhielt ab seinem 11. Lebensjahr Musikunterricht vom Schullehrer und Chorregenten seines Heimatortes, J. N. A. Maxandt während dieser Zeit erste Kompositionsversuche. 1802 Schulgehilfe in Pfarrkirchen/OÖ, anschließend besuchte er die Normalschule in Linz und kam 1804 über Friedberg nach Wien. Hier Klavierunterricht bei L. A. Kozeluch und Theoriestudien bei einem Schüler J. G. Albrechtsbergers namens Hartmann. Autodidaktisch studierte er die musiktheoretischen Schriften von Friedrich Wilhelm Marpurg, Johann Philipp Kirnberger und Albrechtsberger. Ab 1806 (1808?) wirkte S. als Privatmusiklehrer und ab 1810 (1812 fix angestellt) als Klavier-, Orgel- und Gesanglehrer am Wiener K. k. Blindenerziehungsinstitut (bis 1825). 1824 (u. a. von Abbé M. Stadler empfohlen) 2., ein Jahr später 1. Hoforganist. Daneben war er Klavierlehrer der Hofsängerknaben und unterrichtete 1851–67 am Konservatorium der GdM. S. galt als hervorragender Musiktheoretiker und Kontrapunktiker und war einer der einflussreichsten und bedeutendsten Lehrer des 19. Jh.s.
G: Ehrengrab am Wr. Zentralfriedhof; S.gasse (Wien XII).
P: Ehrenmitglied der GdM 1852; Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1863; Verdienstorden des Hzg.s Karl v. Lucca/I 1864.
W: 2 Oratorien, 35 Messen, 2 Requien, 2 Te Deum, kleinere Kirchenmusik, Opern (Ali Hitsch-Hatsch UA Wien 1844, Ezzeline 1843 [unaufgeführt], Melusine [unaufgeführt]), Posse Das Testament des Magiers 1842, Kammermusik, Lieder, Klavier- u. Orgelstücke (s. Abb.; Fugen, Variationen über „Gott erhalte“); Prosa mit Musik (musikalisches Tagebuch 1849–67 mit über 4.000 Fugen).
Schr: Wichtiger Beitrag zur Fingersetzung ca. 1828; Practische Generalbaß-Schule ca. 1830; Musicalischer Rathgeber ca. 1835; Die Grundsätze der musikalischen Komposition, 3 Bde. 1853f; Abhandlung über die musikalisch-akustischen Tonverhältnisse (Ms., A-Wgm); Vom Canon (Ms., A-Wgm).
Sein Sohn Eduard Engelbert: * 16.12.1829 Mariahilf (Wien VI), † 1886/87 (Ort?)/Ungarn. Militärkapellmeister und Komponist. War 1863–65 Kapellmeister der Militärmusik des IR.s Nr. 69 und wirkte eine Zeit lang (1872–76?) auch als musikalischer Leiter von Kindervorstellungen am Theater in der Josefstadt. Er starb während einer Reise nach Kecskemét/H, wo er eine Stelle als Korrektor einer Musikaliendruckerei antreten sollte.
W: Märchenspiele, Kirchenmusik, Ouvertüre über die Kaiserhymne, Gablenz-Marsch.
Lit: ÖBL 55. Lfg. (2001); MGG 12 (1965) u. 16 (1979); LdM 2000; NGroveD 23 (2001); E. Tittel, S. S. als Kirchenkomponist, Diss. Wien 1935; W. Zeleny, Die historischen Grundlagen des Theoriesystems v. S. S. 1979; U. Thomson, Voraussetzungen u. Artung der österr. Generalbaßlehre zw. Albrechtsberger u. S. 1978; Stieger II/3 (1978); Brixel/Martin/Pils 1982, 194 u. 341; MGÖ 2 u. 3 (1995).
ChF