Sollte ursprünglich Jus studieren, entschied sich jedoch für eine musikalische Laufbahn und wurde zunächst Schüler von J. A. Wöger. Anfang 1736 als Scholar in die Hofmusikkapelle aufgenommen, erhielt er musikalischen Unterricht von J. J. Fux und M. Palotta. 1739 Hofkomponist. 1741–50 war W. Organist in der Kapelle von K.in Elisabeth Christine (Witwe K. Karls VI.). 1745 unternahm er eine Italien-Reise (UA seiner Oper Ariodante in Venedig), 1749 wurde er Hofklaviermeister. 1759/60 traf er in Mailand/I mit J. Ch. Bach zusammen. Zu W.s Schülern zählten J. B. Schenk, J. G. Mederitsch, F. X. Dušek, L. Hofmann und F. Teyber. L. Mozart verwendete Kompositionen W.s für den Unterricht seines Sohnes. W.s Werke stehen am Übergang von der Barockzeit zur Wiener Klassik (sog. Vorklassik).
G: W.gasse (Wien XII).
W: Messen, kleinere Kirchenmusik, 3 Oratorien, 8 Opern, Serenaten u. Kantaten, ca. 100 Symphonien, Konzerte (f. Cb., Fl., V., Vc., Fg., Alt-Pos.), Kammermusik (Quartette, Trios, Divertimenti; s. Abb.) u. Klaviersonaten.
Schr: Rudimenta panduristae oder Geig-Fundamenta, worinn die kürzeste Unterweisung f. den Scholaren […] dargethan wird 1751.
Lit: NGroveD 26 (2001); MGG 14 (1968) u. 16 (1979); Kosch 5 (2004); TMA 3 (1966) u. 6 (1972); Riemann 1961 u. 1975; R. Philipp, Die Messenkompositionen der Wr. Vorklassiker G. M. Monn u. G. Ch. W., Diss. Wien 1938; H. Scholz-Michelitsch, G. Ch. W. als Klavierkomponist, Diss. Wien 1967; H. Scholz-Michelitsch, G. Ch. W. 1980; J. Kucaba, The Symphonies of G. Ch. W., Diss. Boston 1967; Wurzbach 52 (1885); Czeike 5 (1997) [W.gasse]; MGÖ 2 (1995).
ChF