Erster Unterricht sei seinem Vater, dem Organisten und Komponisten Josef (Jan) D.; Chorknabe in der Minoritenkirche in Iglau (Jihlava)/Mähren, wo er das Jesuitengymnasium besuchte; 1776/77 am Prager Neustädter Gymnasium; studierte ein Semester Philosophie an der Prager Universität; unternahm mit seinem Gönner, dem Artilleriehauptmann Graf Männer eine Reise in die Niederlande; wirkte als Pianist und zum Teil als Klavierlehrer in Mecheln, Bergen op Zoom, Amsterdam und Den Haag; empfing 1782 in Hamburg Anregungen von C. Ph. E. Bach; 1783 in St. Petersburg Aufführungen am Hof Katharinas II.; Kapellmeister des Prinzen Karl Radziwill in Litauen; 1784–86 Konzertreise durch Deutschland, wo er – wie einige Jahre später in Italien – als Virtuose auf dem Klavier, aber auch auf der Glasharmonika brillierte; 1786–89 Paris-Aufenthalt, Auftritt vor Königin Marie Antoinette; floh 1789 vor der Französischen Revolution nach England; in London gesuchter Klavierlehrer; Konzerttätigkeit (Mitwirkung bei J. Haydns Benefizkonzerten); heiratete 1792 die Sängerin und Pianistin Sophia Corri, mit deren Vater Domenico Corri er eine Musikalienhandlung und Stecherei gründete, die bald Schulden machte; D. flüchtete vor dem Bankrott 1799 nach Hamburg; 1802 Reise in seine Heimatstadt und nach Prag; 1804–06 Kapellmeister des Prinzen Louis Ferdinand v. Preußen, dem er auch Klavier- und Kompositionsunterricht erteilte, nach dessen Tod kurze Zeit Dienst beim Prinzen von Isenburg; 1808 Kapellmeister des Fürsten Talleyrand in Paris.
W: Klavierkonzerte, Klaviersonaten (Élégie harmonique sur la mort de Son Altesse Royale le Prince Louis Ferdinand de Prusse), Sonaten für V. und Kl., Kammermusik.
Lit: MGG 3 (1954); NGroveD 5 (1980); H. A. Craw, A Biography and Thematic Catalog of the Works of J. L. D., Diss., Univ. of Southern California 1964; W. S. Newman, The Sonata since Beethoven 1969; A. L. Ringer in MQ 61 (1970).
BB