Teyber (versch. Schreibweisen), Familie

Wiener Musikerfamilie

Matthäus: * ca. 1711 Weinzettl/NÖ (nicht eindeutig identifizierbar), † 6.9.1785 Wien. Violinist. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, anlässlich seiner Verehelichung 1741 mit Theresia Riedl ist er bereits als Musiker in der Kapelle von Elisabeth Christine (1691–1750), der Witwe Karls VI., bezeugt. Danach Theatermusiker, 1757 [Köchel: 1767] Hofmusiker. T. und seine Familie waren spätestens ab 1773 mit der Familie Mozart bekannt. Seine Kinder Maria Elisabeth Victoria Vincentia (verh. Marchesa von Venier): get. 16.9.1744 Wien, † 9.5.1816 Wien. Sängerin (Sopran). Studierte bei J. A. Hasse und V. Tesi, 1763 gab sie ihr Debüt in Dresden/D. Sie trat v. a. an italienischen Theatern auf (Neapel, Bologna, Mailand, Turin), nur in den späten 1760er Jahren sang sie in Wien und in den 1770er Jahren in Russland. Zu Beginn der 1780er Jahre bis 1784 konnte sie krankheitsbedingt nicht auftreten.

Friedrich (Edler von): get. 13.6.1748 Wien, † 8.1.1829 Wien. Beamter und Violinist. War Hofsekretär bei der obersten Justizstelle Wiens und wird bei seinem Tod als „jubil. kk. Hofsekretär u. Inhaber der grossen Verdienst Medaille mit Kette“ bezeichnet. Er ist als talentierter Amateurviolinist bezeugt.

P: Nobilitierung.

Barbara: * ca. 1750 Wien, † 30.1.1832. Sängerin (Sopran). Sang in der UA von J. Haydns Oratorium Il ritorno di Tobia am 2.4.1775 im Kärntnertortheater die Rolle des Raffaelle.

Anton: get. 8.9.1756 Wien, † 18.11.1822 Wien. Organist, Kapellmeister, Komponist. Studierte bis 1775 nach erster Ausbildung in Wien bei G. B. Martini in Bologna/I und unternahm anschließend Reisen nach Spanien, Portugal, Deutschland und Russland. Um 1781 zurück in Wien, war er Teilnehmer der Konzerte bei G. v. Swieten und wurde 1784 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. 1787–91 1. Organist der Dresdener Hofkapelle, 1791 Kapellmeisterassistent von J. Weigl am Wiener Nationaltheater (Burgtheater). 1793 Hofkomponist und Klavierlehrer der kaiserlichen Kinder.

W: Melodram Zermes u. Mirabelle, 2 Oratorien, 11 Messen, 1 Requiem, kleinere Kirchenmusik, über 30 Symphonien, Konzerte, Klavier- u. Kammermusik (s. Abb.), Lieder. – Nachlass: Archiv der GdM.

Schr: Autobiographische Skizze (Ms.); pädagogische Werke (Ms.).

Franz: get. 25.8.1758 Wien, † 21.10.1810 Josefstadt (Wien VIII). Kapellmeister, Organist, Komponist. Schüler seines Vaters und G. Ch. Wagenseils, unternahm ausgedehnte Reisen in die Schweiz sowie nach Süddeutschland und wurde 1786 (nach einem Aufenthalt in Wien 1785/86) Dirigent in der wandernden Theatertruppe E. Schikaneders. 1786 bezeichnet ihn L. Mozart als guten Bekannten und lobt seine musikalischen Fähigkeiten. Nach dem Verlassen der Schikanederischen Truppe 1788 folgten Engagements in Karlsruhe/D (1788/89), Köln/D (1791–93), Regensburg/D, Augsburg/D und Bern (1796–98). Danach in Wien, schrieb er für die Eröffnung des Theaters an der Wien 1801 die erfolgreiche Oper Alexander (Libretto: E. Schikaneder). Ab 1807 war F. T. für das Theater in der Leopoldstadt tätig, 1809 wurde er Domorganist zu St. Stephan und 1810 Hoforganist.

G: T.gasse (Wien XIV) [nach A. T. u. F. T.].

W: 16 Opern u. Singspiele, 1 Messe, 1 Oratorium, Kammermusik, Tänze, Orgelpräludien.

Schr: Autobiographische Skizze (Ms., Archiv der GdM).

Therese Barbara Alberta (verh. Arnold): get. 15.10.1760 Wien, † 15.4.1830 Wien. Sängerin (Sopran) und Schauspielerin. War Schülerin von J. Bonno und V. Tesi, am 8.9.1778 gab sie am Wiener Hoftheater ihr Debüt. In den frühen 1780er Jahren trat sie in den Konzerten der Tonkünstler-Sozietät auf. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Tenor Ferdinand Philipp Arnold (* 11.10.1757 Wien, † 28.3.1843 Riga), unternahm sie eine erfolgreiche Konzertreise nach Deutschland, Polen und Riga (ca. 1785/86). Danach sang sie wieder an den Wiener Hoftheatern, 1791 wurde sie pensioniert.

A.s Töchter

Eleonora (Elena, Helene; verh. Asachi, Asaky): * 30.10.1789 Wien, † 9.5.1877 Jassy, Siebenbürgen/Ungarn (Iaşi/RO). Sängerin, Pianistin, Komponistin. Betrieb musikalische Studien in Dresden und 1822–24 in Wien bei dem Sänger Domenico Donzelli. 1827–63 war sie Professorin am Konservatorium von Jassy und galt auch als gute Klavierbegleiterin. Verheiratet mit dem Schriftsteller Gheorghe Asachi.

W: Vaudevilles (Fête pastorale des bergers moldaves 1834, Contrabantul 1837, Ţiganii 1856), Lieder (nach Gedichten ihres Mannes).

Elisabeth jun. (verh. Zomb): * ca. 1792/95 Wien, † 11.6.1831 Prag. Sängerin (Sopran). Dürfte bereits 1808 als Sängerin aufgetreten sein, 1816 gab sie ihr Debüt am Kärntnertortheater, dem sie bis 1818 angehörte. 1818/19 am Theater an der Wien, 1819/20 am Grazer Theater und 1820–24 in Budapest. Nach einem Gastspiel am Deutschen Theater in Prag dürfte sie ihre aktive Karriere beendet haben und wirkte anschließend als Gesanglehrerin am Prager Konservatorium. 1825 heiratete sie den Oboisten und Musikprofessor Franz? Zomb.

In der älteren Literatur häufig verwechselt mit den Schwestern Th. u. E. T. wurde die nicht mit der Familie verwandte Sopranistin Maria Anna Tauber (Teuber, verh. Pauersbach; ca. 1760– nach 1778). Ebenfalls in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zur Familie T. stand der Cellist Clemens Tauber (?–?), der 1788–90 dem Orchester des Fürsten Esterházy angehörte.

Lit: NGroveD 25 (2001); P. Clive, Mozart and His Circle. A Biographical Dictionary 1993; MGG 13 (1966); H. Vogg, Franz Tuma (1704–1774) als Instrumentalkomponist nebst Beiträgen zur Wr. Musikgesch. des 18. Jh.s (Die Hofkapelle der Kaiserin-Witwe Elisabeth Christine), Diss. Wien 1951, 58–80; K. Pfannhauser in Acta Mozartiana 3 (1956), H. 3; K-R 1999, 2000 u. 2002 [Tauber]; NGroveDWC 1994 [Asachi]; Wurzbach 44 (1882); Köchel 1869; H. C. R. Landon, Haydn: Chronicle and Works 2 (1978) [B. T., Tauber]; U. Tank, Studien zur Esterházyschen Hofmusik von etwa 1620 bis 1790, 1981, 494 u. 501f [Tauber]; www.evenimentul.ro (12/2005) [Elena Asachi]; WStLA (TBP 1785, 1816, 1829; Portheim-Kat.; Verlassenschaftsabhandlung F. T.); Schotten-Pfarre (Wien I; Traubuch Tom. 27, 108v); eigene Recherchen [Asachi].

ChF