Zeigte früh musikalisches Talent, erhielt ersten Musikunterricht von Michael Eckel und besuchte das Konservatorium der GdM. Nach dem Tod F. J. Clements wurde er Soloviolinist und Orchesterdirektor am Theater an der Wien, danach Kapellmeister am Carltheater und am Theater in der Josefstadt. 1843 gehörte St. zu den Mitbegründern des Wiener Männergesang-Vereins , dem er 1843–51 als 1. Chormeister (neben G. Barth) vorstand. 1854–60 wirkte er in Linz als Musikdirektor des Musikvereins, der Liedertafel „Frohsinn“ (1855–60), des Vereins für gemischten Chorgesang und als Operndirigent. 1860 kehrte er nach Wien zurück und war neuerlich Kapellmeister am Josefstädter Theater, am Carltheater und am Strampfer-Theater (F. Strampfer). 1863–67 Bundeschormeister des Niederösterreichischen Sängerbundes . Zu seiner finanziellen Unterstützung wurde nach seiner Pensionierung (1870/71) ein von den österreichischen Männergesangvereinen finanzierter St.-Unterstützungsfond gegründet. In seinen Männerchören, denen bald eine sentimentale Süßlichkeit attestiert wurde, steht er dem Liedertafelstil Franz Abts nahe; häufig verwendete er den sog. Brummchor zur Begleitung der die Melodie vortragenden Oberstimme.
G: Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof; Gedenktafel am Haus Wien VIII, Buchfeldgasse 6.
P: Ehrenmitglied des Wr. MGV.es u. der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1851, des Niederösterr. Sängerbundes 1872; mehr als 100 Ehrenmitgliedschaften in- u. ausländischer Männergesang- u. Musikvereine.
W (WV bei Wurzbach): Opern und Operetten (Romeo und Julie, Der Schneider von Kabul, Amaranth, Die Zaubergaben), Zauberspiele, Possen, Pantomimen, Bühnenmusiken, Kirchenmusik, Männerchöre (Bundeslied, Nachtzauber, Nun fangen die Weiden zu blühen an), Lieder (s. Abb.), Potpourris.
Seine Kinder
Max: * ca. 1840? Wien?, † ca. 1894? (Ort?). Tänzer. Ist bereits 1855–60 als Mitglied der Linzer Liedertafel „Frohsinn“ nachweisbar. Seine Ausbildung zum Tänzer erhielt er als Eleve im Ballett der Wiener Hofoper, dessen Corpsmitglied er 1863 wurde. Ab Oktober 1870 trat er nur mehr einmal monatlich auf, 1877–85 war er Inspizient an der Hofoper. Daneben als Tanzlehrer tätig, betrieb er ab 1883 eine private Tanzschule, die nach seinem Tod? 1895 noch von seiner Witwe? Hermine weitergeführt wurde.
Anton: * 25.12.1843 Wien, † 19.4.1873 Wien. Theaterkapellmeister und Komponist. Wurde vom Vater unterrichtet und erhielt zunächst eine Kapellmeisterstelle am Josefstädter Theater, danach wirkte er bis zu seinem frühen Tod in gleicher Eigenschaft in Olmütz (Olomouc/CZ), Esseg (Osijek/HR), Wiener Neustadt sowie am Wiener Strampfer-Theater und am Grazer Theater.
W: Possen, Schwänke, Musik zu Volksstücken, Männerchöre, Lieder, Potpourris.
Minna (Eckert-St.): * 5.7.1845 Wien, † 5.4.1931 Wien. Schauspielerin und Sängerin. Debütierte bereits 1855 in Linz. 1888–94 war sie am Theater in der Josefstadt engagiert.
Lit: Wurzbach 39 (1879); Adametz 1943; Kosch 4 (1998); Czeike 5 (1997); Beiträge v. V. Keldorfer u. A. Decker in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; Stieger II/3 (1978); ADB 36 (1893); J. Jernek, Der österr. Männerchorgesang im 19. Jh., Diss. Wien 1937; Dt. Kunst- u. Musik-Ztg. 3. u. 11.1.1888 [Foto]; R. Fischer (Hg.), Das dt. Chormeisterbuch 1925; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 1954; A. Kränzl, Gesch. des nied.-österr. [sic!] Sängerbundes 1863–1888, 1888, 7, 14, 23 u. 44ff; K. Kerschbaum, Chronik der Liedertafel „Frohsinn“ in Linz 1895, 19, 23, 31, 255 u. 299; F-A 1936; MGÖ 2 (1995); Ulrich 1997 [St., Eckert-St.]; Raab 1994 [M. St.]; W. Beetz, Das Wr. Opernhaus 1869 bis 1945, 1949, 62 [M. St.]; Eisenberg 1893 [Minna St.]; WStLA (Lehmann-Adressbücher 1880–96; TBP 1887); eigene Recherchen (Bühnen- u. Theateralmanache 1888–94).
ChF