Herz, Peter
* 18.1.1895 Wien, † 7.3.1987 Wien. Schriftsteller, Librettist und Feuilletonist.

Nach Abschluss des Studiums zunächst bis 1923 Bankbeamter, danach nur noch schriftstellerisch tätig. Mitschöpfer der ersten Wiener Revuen für verschiedene Kabaretts (Hölle, Rolandbühne) und Theater (Lustspieltheater im Prater), darunter Rund um die Niese 1926; Böhmische Musikanten 1931, Prinz Methusalem 1932. Als Operettenlibrettist Zusammenarbeit mit F. Lehár, E. Eysler, B. Granichstaedten, L. Ascher, L. Fall, B. Grün. Textete zahlreiche populär gewordene Schlager und Wienerlieder, häufig in Zusammenarbeit mit seinem Freund H. Leopoldi. 1938 ging er über Zürich und Paris nach London ins Exil. Bereits in einem Internierungslager auf der Isle of Man Gründung eines deutschsprachigen Kabaretts, danach erfolgreiche Fortführung im Londoner Austrian Center, später als Kleinkunstbühne im Souterrain eines Emigranten-Cafés als Blue Danube Club. Nach seiner Rückkehr nach Wien 1945 arbeitete H. freiberuflich als Librettist, Liedertexter, Film- und Rundfunkautor und war jahrelang im Vorstand der AKM und der Austro Mechana tätig.

P: Prix d’Italia für Hörspiele 1950; Silbernes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1962; Prof.-Titel 1964; Theodor-Körner-Preis für Literatur 1965; Goldener Rathausmann der Stadt Wien 1985.

Schr: Man hat’s nicht leicht. Schreibheft eines Respektlosen [1962; Roman]; Gestern war ein schöner Tag. Liebeserklärung eines Librettisten an die Vergangenheit 1985 [Erinnerungen]; Feuilletons und Beiträge u. a. für die Neue Illustrierte Wochenschau und die Österreichische Autorenzeitung.

W: Operettenlibretti: Glück in der Liebe (1927, M: M. Krasznay-Krausz), Die Miliardärin (1928, M: B. Granichstaedten), Böhmische Musikanten (1931, M: B. Grün), Freut euch des Lebens (1932, M: B. Grün nach Melodien v. Joh. und Jos. Strauß), Um ein bißchen Liebe (1936, M: L. Ascher), Wiener Musik (1947, M: E. Eysler); Revuen (Rund um die Niese 1926, Böhmische Musikanten 1931, Prinz Methusalem 1932); Schlager: Radetzky-Fox; Karlsbader Sprudel; Überraschungszug; Es muß etwas geschehn für den kleinen Mann; Am besten hat’s ein Fixangestellter; Ich wär’ so gern in Rüdesheim (M: jeweils H. Leopoldi); Ah! – Das ist der neue Tanz aus Kuba! (M: Ch. Loubé); Ich hab’ eine kleine braune Mandoline (M: K. M. May); Wienerlieder: In einem kleinen Café in Hernals, Schön ist so ein Ringelspiel; Am Hietzinger Platz is heut Platzmusik (M: jeweils H. Leopoldi); In Langenlois; Wo ist der Herr Wessely?, Salzburger Nockerln (M: jeweils H. Lang).

Lit: Czeike 3 (1994); Die Presse 11.3.1987; Personenlex. Öst. 2001; Deutsches Literatur-Lexikon 7 (31979); Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983; Bauer 1955; Stieger III/2 (1980); Ackerl-Weissensteiner 1992; Hauenstein 1976; ÖL 1995; Slg. Moissl.

MK