Wurde 1882 in Lemberg (L’viv/UA) Militärkapellmeister (Militärmusik) und leitete später in Berlin ein Café-Ensemble. Als Komponist trat er u. a. mit mehreren Operetten auch in Linz erfolgreich an die Öffentlichkeit.
W: Operetten (Leuchtkäfer 1899; Mirolan 1887; Das Modell 1892; Prinz Bummler oder die Abenteuer einer Neujahrsnacht 1884; Robin Hood 1891), Possen, Volks- u. Ausstattungsstücke; Tänze; Märsche.
Lit: MGG 6 (2001, mit WV); NGroveD 8 (2001); LdM 2000; F-A 1936; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982).
Seine drei Söhne waren ebenfalls musikalisch tätig:
Leo (eig. Leopold): * 2.2.1873 Olmütz (Olomouc/CZ), † 16.9.1925 Wien. Komponist. Erhielt schon im Alter von 5 Jahren Violinunterricht von seinem Vater, war später Musiktheorieschüler von R. und J. N. Fuchs am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Kurze Zeit war F. im IR Nr. 50 unter F. Lehár d. Ä. tätig, ging 1892 als Kapellmeister nach Hamburg, dann als Sologeiger ans Berliner Metropoltheater. Als Komponist für die Bösen Buben, einem Kabarett im Berliner Künstlerhaus, war F. erfolgreicher als mit seinen beiden Opern Paroli (auch Frau Denise) 1902 und Irrlicht 1905. Der Durchbruch gelang ihm als Operettenkomponist mit drei kurz hintereinander uraufgeführten Stücken: Der fidele Bauer (Mannheim/D 1907), Die Dollarprinzessin (Wien, Theater an der Wien 1907) und Die geschiedene Frau (Wien, Carltheater 1908). Weitere Welterfolge des zu den Hauptvertretern der „silbernen Ära“ der Wiener Operette zählenden F. waren Die Rose von Stambul (Wien, Theater an der Wien 1916) und Madame Pompadour (UA 1922, EA Wien, Carltheater 1923). Einige seiner Operettenlieder zählten fast zum Volksliedgut. Unter der NS-Herrschaft waren F.s Werke verboten.
P: Ehrenmitglied des Theaters an der Wien; L.-F.-Weg (Wien XIII).
W: über 30 Bühnenwerke: Opern: Paroli (Frau Denise) 1902; Irrlicht 1905; Der goldene Vogel 1920; Operetten: Der Rebell 1905 (Umarbeitung Der liebe Augustin 1911/12); Der fidele Bauer 1907; Die Dollarprinzessin 1907; Die geschiedene Frau 1908; Brüderlein fein 1909; Der ewige Walzer 1912; Die Studentengräfin 1913; Die Kaiserin 1915 (als Fürstenliebe 1916); Die Rose von Stambul 1916; Die spanische Nachtigall 1920; Madame Pompadour 1922; Rosen aus Florida 1929 (bearbeitet von E. W. Korngold); Possen.
Lit: Czeike 2 (1993); MGG 6 (2001, mit WV); NGroveD 8 (2001); LdM 2000; Lang 1986; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982); Klotz 1991; ÖBL 1 (1957); F-A 1936 u. 1974; Riemann 1959; MGÖ 3 (1995).
Sein Neffe Fritz (Frederick) F. (* 29.7.1901 Wien, † ?) wurde 1925 Theaterkapellmeister in Bremen, emigrierte 1937 in die USA (Exil) und war dort seit 1948 als Dirigent und Musiklehrer in Washington tätig. Er komponierte auch Kammermusik und Lieder.
Richard: * 3.4.1882 Gewitsch (Jevičko/CZ), † 1945 Auschwitz?. Kapellmeister und Komponist. Wirkte als Kapellmeister 1908–09 in Berlin, 1909–10 am Johann Strauß-Theater in Wien und wurde 1916 Erster Kapellmeister am Wiener Apollotheater. Er schrieb zahlreiche Operetten für Wien, Berlin und London und emigrierte 1938 über Frankreich nach Hollywood/USA, wo er als Filmkomponist arbeitete, kehrte 1943 nach Frankreich zurück und wurde am 20.11.1943 von Nizza nach Auschwitz verschleppt. Sehr verbreitet war u. a. sein Schlager Was machst du mit dem Knie, lieber Hans.
W: Operetten (Das Damenparadies 1911; Der Wiener Fratz 1912, Arms and the girl 1912; Leute vom Strand 1913; Der Weltenbummler 1915; Die Dame von Welt 1917; Großstadtmärchen 1920; Im Alpenhotel 1921; Der geizige Verschwender 1922; Die Glocken von Paris 1927); Revuen; Schlager (Was machst du mit dem Knie, lieber Hans; Wo sind deine Haare, August; Schön ist der Mai in Vorderindien; Wenn ein altes Dromedar); Chansons u. Filmmusik.
Lit: MGG 6 (2001, mit WV); LdM 2000; Czeike 2 (1993); Lang 1986; www.operissimo.com (8/2001); Stieger IV/1 (1982); Orpheus im Exil 1995; Riemann 1972.
Siegfried: * 30.11.1877 Olmütz (Olomouc/CZ), † 10.4.1943 Theresienstadt (Terezín/CZ). Schüler H. v. Herzogenbergs und Max Bruchs. Lebte in Berlin und wirkte als Korrepetitor an der dortigen Staatsoper. Für seinen Bruder Leo schrieb er oft die Klavierauszüge, Orchesterstimmen und Arrangements zu dessen Werken. Als Opernkomponist war er kaum erfolgreich; für sein Klaviertrio op. 4 erhielt er allerdings den Mendelssohn-Preis, verbunden mit einem Studienaufenthalt in Italien.
W: Opern; Symphonien; Kammermusik; Lieder.
Lit: MGG 6 (2001); LdM 2000; F-A 1936; Lang 1986; Kosch 1 (1953).
UH