Der Sohn des Schullehrers und Organisten in Steinach, Peter Z., wurde nach Theologiestudien in Innsbruck und Brixen 1846 ordiniert, 1856 Domorganist von Brixen (bis 1886, Nachfolger wurde sein Schüler I. Mitterer). Z. trat als Cäcilianist (1856 Gründer des Diözesan-Cäcilien-Vereins Brixen) für einen gemäßigt-modernen Zeitstil in Anpassung an die praktischen Fähigkeiten kleinerer Chöre ein. Seine Messen sind „liturgisch korrekt, knapp in der Form, einfach und andächtig“ (V. Goller).
P: Maestro compositore onorario der päpstlichen MAkad. Santa Cecilia in Rom 1865.
Schr: Hb. f. den römischen Choralgesang zum Gebrauche f. Organisten 1865.
W: Kirchenwerke (Messen), Marienlieder, Orgelstücke (vornehmlich verlegt bei Anton Böhm in Augsburg/D).
Dessen Neffe August: * 8.2.1865 Bruneck/Südtirol (Brunico/I), † 21.8.1912 Vorchdorf/OÖ. Lehrer und Komponist. Sohn des Stadtpfarrorganisten und Chorregenten von Bruneck (ab 1854), Johann Baptist Z. (* 23.7.1822 Steinach, † 10.6.1865 Bruneck; Bruder von J. G. Z.), von dem er auch die erste Ausbildung erhielt. Nach Absolvierung der Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck (1884) Lehrer und Organist in Taisten/T, Helfenberg/OÖ, Pinsdorf/OÖ und zuletzt in Vorchdorf (ab 1900), wo er den Männergesangverein (1901) und ein Dilettantentheater gründete und sowohl als fruchtbarer Komponist als auch sozialreformerisch hervortrat. Als Komponist scheint er weniger den anspruchsvolleren Ideen seines Onkels gefolgt zu sein als den vornehmlich praktischen des Südtirolers F. Schöpf d. J.
W: Kirchenwerke, Männerchöre, Couplets, Lieder (verlegt bei A. Pietsch in Ziegenhals/Schlesien).
Lit: E. Knapp, Kirchenmusik Südtirols 1993, Ergänzungsbd. 1997; G. J. Waldner in K. Drexel/M. Fink (Hg.), Musikgesch. Tirols 2 (2004); R. Flotzinger in J. Sturm (Hg.), Vorchdorf 2000. Ein Lese-, Schau- u. Hörbuch 1999; Weissenbäck 1937; E. Tittel, Österr. Kirchenmusik 1961.
RF/ChF