Nach einem ersten Unterricht durch den Vater kam G. als Sängerknabe nach Neustift bei Brixen. Nach der Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck war G. 1892–1903 Volksschullehrer im Pustertal/Südtirol, ab 1903 Regens chori in Deggendorf/D; 1898 hatte sich G. an der Kirchenmusikschule in Regensburg weitergebildet (Cäcilianismus) und 1909 die Lehrbefähigungsprüfung für Gesang und Orgel an der Wiener MAkad. (R. Dittrich, R. Heuberger) abgelegt. 1910 an die neu gegründete Kirchenmusikabteilung der MAkad. in Wien berufen (Sitz der Abteilung war damals Klosterneuburg), leitete er diese bis 1921; auch nach seiner Pensionierung 1933 unterrichtete er noch weitere 4 Jahre an dieser Abteilung. G. hat in seinem langjährigen Wirken an der MAkad. nicht nur unzählige Kirchenmusiker mit den Prinzipien des Cäcilianismus in der Regensburger Praxis, sondern auch mit der Volksliturgischen Bewegung (Betsingmesse) bekannt gemacht und durch seine sehr stark nach der kirchenmusikalischen Praxis orientierten Kompositionen und Bearbeitungen das Repertoire der Kirchenchöre in Österreich nachhaltig beeinflusst (u. a. durch die Editionsreihe Meisterwerke kirchlicher Tonkunst 1913ff.). G. war Mitbegründer der Zs. Musica divina (1913ff.).
P: Hofrat 1933; Ehrenmitglied der Wiener MAkad. 1953.
W: durchwegs Kirchenmusik (Messen, Liedsätze, Bearbeitungen, Orgelwerke, Fanfaren), insgesamt 154 Werke, Abb. Autograph (Regenterei Kremsmünster).
Schr: div. Aufsätze zur kirchenmusikalischen Praxis in der Musica divina.
Lit: H. Kronsteiner, V. G. 1976; MGG 5 (1956); Akten MUniv. Wien; Czeike 2 (1993); Personenlex. Öst. 2001; ÖL 1995; Weissenbäck 1937.
ETH