Betätigte sich als dilettierender Geiger. Er ehelichte eine Nichte von A. Hüttenbrenner, durch die die Familie in den Besitz mehrerer Autographe von Fr. Schubert kam. Seine Schwester Marie Pauline (1806–88), verheiratet mit Karl v. Rokitansky und Mutter von H. v. Rokitansky, trat als Sängerin in Erscheinung.
Seine Söhne
Hans: * 19.3.1846 Wien, † 29.8.1906 Weiz/St. Rechtsanwalt, Dirigent, Komponist. Praktizierte als Rechtsanwalt (Dr. jur.) in Graz und Weiz, daneben erwarb er sich große Verdienste um das Grazer Musikleben.
W: Operette Der Sonntagsjäger 1869, Orchesterwerke, Messe, Chöre, Lieder.
Julius: * 11.2.1862 Wiener Neustadt/NÖ, † 24.9.1927 Maria Saal/K. Finanzbeamter und Chordirigent. Dr. jur., fungierte 1906–22 als Chormeister der Grazer Akademischen Sängerschaft Gothia und war mit G. Mahler befreundet, den er intensiv förderte.
P: Hofrat.
Hans’ Sohn Rudolf: * 8.11.1876 Graz, † 18.12.1962 Graz. Dirigent und Komponist. Erhielt seine musikalische Ausbildung 1892–1900 an der MSch. des Musikvereins für Steiermark und betrieb private Gesangstudien bei Marie Krämer-Widl. 1902–12 war W.-O. Musikdirektor und Organist in Knittelfeld/St, hier Gründer des Philharmonischen Vereins und Chormeister des Sängervereins. 1913–19 Direktor der MSch. der Philharmonischen Gesellschaft in Laibach, danach kurz Chordirektor in Groß-St. Florian/St. 1920–56 Domchordirektor in Graz, daneben Unterrichtstätigkeit am Akademischen Gymnasium sowie am Konservatorium.
G: Gedenktafel am Wohnhaus (Graz, Bürgergasse 5).
P: Ehrenchormeister des Knittelfelder Sängervereins 1912; Prof.-Titel 1929; Päpstlicher Silvester-Orden 1956; Ehrenmitglied des Steirischen Tonkünstlerbundes (1959) u. des Steirischen Sängerbundes (1961).
W: Oratorium Christophorus, Messen, Requien, kleinere Kirchenmusikwerke, gemischte u. Männerchöre, Kammermusik, Volksliedbearbeitungen, Klaviermusik, Lieder, Orgelsätze zum Kirchengesangbuch Lobet den Herrn!; – (Hg.) kirchliches Liederbuch f. Mittelschulen Sursum Corda 1910 (21912).
Lit: K. Stekl in Ders./W. Suppan (Hg.), [Fs.] Steirische Musikerjubiläen 1971; StMl 1962–66; Riemann 1961 u. 1975; W. Suppan in Mitt. d. Steir. Tonkünstlerbundes 1 (1960); W. Suppan in Stud. mus. 6 (1964); SchubertL 1997; Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; [Kat.] Musik i. d. St. 1980 [Foto R. W.-O.]; R. Fischer (Hg.), Dt. Chormeisterbuch 1925; F. J. Ewens, Lex. des dt. Chorwesens 954; Weissenbäck 1937; Ch. Glanz, Die Grazer Akademische Sängerschaft „Gothia“ u. die Rolle der Musik in ihrer Gesch., Dipl.arb. Graz 1984; F-A 1936 u. 2 (1978); Wurzbach 26 (1874) [Rokitansky]; www.oerwg.com (5/2006).
ChF