Sohn des Lehrers Josef W. (1804–77), studierte Theologie in Linz und Wien; 1854 Priesterweihe. Nach einer Tätigkeit als Seelsorger in Molln/OÖ wirkte er als Domchorvikar (1858–61) und Theologieprofessor (1861–66) in Linz. Als Redakteur der Linzer Christlichen Kunstblätter (1864–66) trat er vehement für eine Reform der Kirchenmusik ein.
W: (Hg.) Gebet- u. Kirchenliederbuch 31869.
Dessen Brüder
Friedrich: * 1840 St. Thomas am Blasenstein/OÖ, † 6.2.1918 Graz. Lehrer und Redakteur. Besuchte das Gymnasium der Jesuiten auf dem Freinberg bei Linz und trat 1858 in den Jesuitenorden ein, aus dem er jedoch 1870 wieder ausschied; 1868–70 war er Mittelschullehrer in Kalksburg/NÖ (heute Wien XXIII). Nach Tätigkeiten als Hauslehrer und Güterdirektor in Deutschland und Österreich-Ungarn veröffentlichte er 1900–18 als Schriftleiter des Grazer Tagblatts Arbeiten über Land- und Volkswirtschaft, aber auch Musik- und Theaterkritiken. Er beteiligte sich an der Herausgabe der musikalischen Werke seines Bruders Karl.
Karl Borromäus: * 21.9.1841 St. Thomas am Blasenstein, † 25.3.1905 Linz. Organist, Musiklehrer, Komponist. Besuchte bis 1858 die Normalschule in Linz, wo er Musikunterricht von J. A. Dürrnberger und E. Lanz erhielt, anschließend war er Schulgehilfe in Grünburg/OÖ und Frauenstein/OÖ. Ca. 1856 lernte W. A. Bruckner kennen, dessen Schüler er wurde und den er gelegentlich als Organist vertrat. 1861 kam er an eine Linzer Schule, musste seine Unterrichtstätigkeit jedoch aus gesundheitlichen Gründen bald beenden. 1868–90 war er in Bruckners Nachfolge Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist und 1890–1905 Domkapellmeister (als solcher Gegner des Cäcilianismus). Zu seinen Schülern zählten M. Einfalt, A. Amadé v. Pereira und W. Heybal sowie sein Neffe und Nachfolger als Domkapellmeister (1905–24), Ignaz Gruber (* 26.2.1868 Linz, † 17.1.1937 Linz).
W: Messen, Requien, Te Deum, Gradualien u. Offertorien, Orgelwerke, Klavierstücke, Bearbeitungen.
Josef W. (1833–77) wirkte als Lehrer und Komponist in Ottensheim/OÖ.
Lit: Krackowizer/Berger 1931; C. Preiß in E. Straßmayr (Hg.), Oberösterr. Männergestalten 1926; BrucknerH 1996; F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996; Wurzbach 52 (1885); F-A 1936; Erhart 1998 [Amadé, Einfalt, Heybal]; Mitt. Anton Bruckner Institut Linz.
Ein entfernter Verwandter der Brüder W. ist
Gunter (Waldek): * 26.7.1953 Linz. Komponist, Musikpädagoge und Dirigent. Absolvierte das Bruckner-Konservatorium Linz und studierte ab 1971 Romanistik an der Univ. Salzburg (Mag. 1978) sowie Musikpädagogik, Dirigieren und Komposition (bei H. Eder) am Mozarteum (Mag. art. 1986). Er war 1973–82 Gymnasiallehrer. Seit 1982 unterrichtet (2006) er Theorie und Komposition (1988 Prof.) am Bruckner-Konservatorium Linz/Anton Bruckner Privatuniv. 1995–2001 leitete W. das Grieskirchner Kammerorchester, seit 2000 das Brucknerbund-Orchester Ried. In seinen häufig aufgeführten Werken versucht er „sowohl Ästhetik der Strukturen als auch Expressivität der Stimmungen zu vermitteln“.
P: Staatsstipendium f. Komposition der Republik Österreich 1980; 1. Preis des Kompositionswettbewerbs ORF Salzburg 1980; 3. Preis des Kompositionswettbewerbs Alpe Adria 1983; Kulturpreis des Landes Oberösterreich 1994; Förderungspreis f. Musik des Bundesministeriums f. Wissenschaft, Verkehr u. Kunst 1996.
W: Kantaten, Kammeropern, geistliche Vokalmusik (Kirchenoper Das Hohe Lied [T: Peter Paul Kaspar] 1993), Lieder (Zyklus Ein Nest aus Nacht T: Christine Busta] 1996); Orchesterwerke (Violinkonzert … meins traurens ist … 1986; Lacrimosa 1989), Kammermusik, Stücke f. Schlagwerk.
Schr: Bilder u. Texte im Kopf. Assoziationen als mögliche Hilfestellung bei der Arbeit mit Kompositionsstudenten in R. v. Gutzeit/L. Dorner (Hg.), Querstand I. Beiträge zu Kunst u. Kultur 2005.
Lit: Kürschners Dt. Musik-Kalender 42004; MaÖ 1997 [m. WV]; Who is who in Öst. 1997; MGÖ 3 (1995); www.bruckneruni.at (3/2006); pers. Mitt. G. W.
ChF/ARa