Tochter des Berliner Münzmeisters und späteren Hofbankiers Friedrichs des Großen Daniel Itzig, Schülerin von Moses Mendelssohn, verheiratet mit dem Wiener Bankier Nathan Adam Arnsteiner, der später in den Adelsstand erhoben wurde; unterhielt nach Berliner Vorbild einen der frühesten (ab ca. 1781) großbürgerlich-liberalen Salons in Wien, in dem Künstler, Gelehrte und Diplomaten verkehrten (z. B. J. v. Sonnenfels) und der v. a. zur Zeit des Wiener Kongresses blühte und zum Treffpunkt von Gästen aus ganz Europa wurde (Herzog von Wellington, Wilhelm von Humboldt, Karl August von Hardenberg, Fürst Metternich, Mme. de Staël, die Brüder Schlegel); galt als „Staёl Wiens“ (Wurzbach); Gründungsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde. Ihre Tochter
Henriette (Judith) Pereira-Arnstein: * 29.11.1780 Berlin/D, † 13.5.1859 Wien. Verheiratet mit dem Bankier Heinrich Frh. v. Pereira-Arnstein, führte den Salon ihrer Mutter fort (jeden Freitag eine Künstlersoiree mit musikalischen Darbietungen). Zu ihren Gästen zählten Clemens Brentano, Theodor Körner, F. Grillparzer und Adalbert Stifter, aber auch L. v. Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und F. Liszt; H. P.-A. lernte Klavier bei M. Clementi und war als Pianistin berühmt; bekannt mit J. Haydn.
Lit: H. Spiel, F. A. oder die Emanzipation 1962; V. von der Heyden-Rynsch, Europäische Salons 1992; ÖBL 7 (1978); Czeike 1 (1992); Wurzbach 1 (1856).
BB