Spangler, Familie
Johann Michael: * ca. 1721 (Ort?), † 4.6.1794 Wien. Sänger (Tenor), Regens chori.

Sp. war ab 1749 (1750?) Tenorist und Choralist an der Michaelerkirche (Wien I). Um diese Zeit nahm er den jungen J. Haydn bei sich auf, der wegen Stimmbruch das Kapellhaus von St. Stephan hatte verlassen müssen. 1764 wurde Sp. Mitglied des Chores am Hoftheater und 1775 schließlich nach dem Tod von F. Zangl Regens chori zu St. Michael. 1771 wurde er Mitglied, 1775 Assessor und 1783 Rechnungsrevisor der Wiener Tonkünstler-Sozietät . Seine Kinder

Maria Magdalena Rosalie: * 4.9.1750 Wien, † 29.8.1794 Wien. Sängerin (Sopran). Ab 1764 Mitglied des Hoftheaterchores; erhielt eine Anstellung als Diskantistin in der fürstlich Esterházyschen Kapelle, der auch ihr Ehemann K. Friberth angehörte. In Eszterháza sang sie in einer Reihe von UA.en Haydnscher Opern. 1776 übersiedelte das Ehepaar nach Wien.

Johann Georg Joseph: * 22.3.1752 Wien, † 2.11.1802 Wien. Sänger (Tenor), Regens chori, Komponist. Begann als Tenorist und Choralist an St. Michael und übernahm dort nach dem Tod des Vaters die Stelle als Regens chori. 1793–99 war er auch Mitglied der Hofkapelle, wo er ab 1796 zudem das Hofmusikarchiv sowie die Sängerknaben betreute und Ende 1798 noch zum titulierten Kapellmeister-Substitut ernannt wurde. Ab 1777 war er Mitglied und ab 1784 Assessor der Tonkünstler-Sozietät, bei der er auch als Solist auftrat. 1785 wurde er (fast zeitgleich mit Haydn) Mitglied der Loge Zur wahren Eintracht (Freimaurer). Seine kirchenmusikalischen Werke wurden bis zur Mitte des 19. Jh.s in österreichischen, böhmischen, mährischen und ungarischen Klöstern und Kirchen viel gespielt.

W: Kirchenmusik (Messe, Requiem, Gradualien, Offertorien, Motetten, Vesper, Salve reginaa).

Ignaz: * 31.10.1757 Wien, † 7.12.1811 Wien. Sänger (Tenor), Komponist. War Tenorist der Wiener Hofkapelle (ab 1780) und an St. Michael. 1793 wurde er Mitglied der Tonkünstler-Sozietät.

W: Kirchenmusik.

Als Sängerinnen tätig waren auch Johann Michaels Töchter Barbara (verh. Steiner; ?–?) und Maria Margarethe Thekla (ca. 1754–88), die mit F. X. Flamm verheiratet war. Deren Tochter Antonie Flamm (?–?) trat als Altistin bei Konzerten der Tonkünstler-Sozietät auf, eine weitere Tochter, Maria Magdalena Flamm (ca. 1773–1839) war mit dem Komponisten F. V. Krommer verheiratet.

Lit: MGG 12 (1965); NGroveD 23 (2001); NGroveDO 4 (1992); K-R 1997 u. 2000; Riemann 1975; Kosch 4 (1998); Köchel 1869; EitnerQ 9 (1903); Ulrich 1997; C. F. Pohl (Hg.), Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; C. F. Pohl, Joseph Haydn, 3 Bde. 1875–1927; O. Biba in F. Heller (Hg.), Beiträge zur Gesch. des 18. Jh.s 1971; H. C. R. Landon, Haydn 2 (1978); K. Schütz, Musikpflege an St. Michael in Wien 1980; U. Tank, Studien zur Esterházyschen Hofmusik von etwa 1620 bis 1790, 1981.

BB