Soldat, Familie
Alois: * 21.6.1796 St. Marein am Pickelbach/St, † 2.4.1864 Graz. Lehrer und Kirchenmusiker.

Sohn des Lehrers Ignaz S., von dem er Unterricht in Orgel und Chorgesang erhielt; spielte auch mehrere Blas- und Saiteninstrumente. Lehrer in St. Josef bei Stainz/St und an der Pfarrschule St. Leonhard (Graz II; bei J. F. Seydler). 1825 wurde er provisorischer Lehrer an der Pfarrschule St. Anna in Graz-Münzgraben. 1832 erhielt er die Organistenstelle an der Münzgrabenkirche. Sein Bruder Johann S. (* 19.2.1807 St. Marein am Pickelbach, † 3.1.1885 Graz) war ebenfalls als Organist in Graz tätig.

Seine Söhne

Julius: * 9.4.1834 Graz, † 24.3.1876 Graz. Organist und Musiklehrer. War Organist an der Grazer Leechkirche und Klavierlehrer an der Msch. von J. Buwa.

Gabriel Michael: * 20.3.1838 Graz, † 25.4.1857 Graz. Sänger. Studierte Gesang an der MSch. des Musikvereins für Steiermark.

Julius’ Tochter Marie (eig. Maria Ernestine; verh. Roeger, S.-Roeger, Roeger-S.): * 25.3.1863 Geidorf (Graz III), † 30.9.1955 Graz. Violinistin. Klavierunterricht beim Vater und bei Johann Lutzer (bis 1878) an der MSch. Buwa, Violinstudien 1871–77 bei Eduard Pleiner und 1879 bei F. A. Pott; 1874 erster öffentlicher Auftritt als Violinistin. 1879–82 studierte sie Violine (bei J. Joachim) und Klavier an der Berliner MHsch., bis 1889 Privatschülerin Joachims; Konzertreisen durch Deutschland und Österreich. 1889 ehelichte sie den K. u. k. Polizeioberkommissär Wilhelm Roeger. S. galt als eine der besten Geigerinnen ihrer Zeit, ihr letzter öffentlicher Auftritt erfolgte 1937.

Bereits 1887 hatte S. in Berlin ein Damenstreichquartett gegründet, dem neben ihr Mary Schumann (2. V.), Gabriele Roy (Va.) und Lucy Campbell (Vc.) angehörten. 1895–1913 leitete sie dann in Wien das bekannte S.-Roeger-Quartett, deren Mitglieder Ella Finger-Bailetti (2. V.; Frau von A. Finger, 1898 ersetzt durch Elsa Edle v. Plan(c)k, N. Bauer-Lechner (Va.) und die Engländerin (oder Amerikanerin?) Lucy Herbert-Campbell (1903 ersetzt durch Leontine Gärtner) waren. Das Quartett zählte zu den besten der etablierten Streichquartette im damaligen Wien.

P: Mendelssohn-Stipendium 1882; Prof.-Titel der GdM 1938; Prof.-Titel 1952; Ehrenmitglied des Musikvereins f. Steiermark.

Nachlass: Archiv der GdM.

Ihr Sohn Josef Roeger: * 13.9.1890 Limbach/D, † nach 1966 (Ort?). Beamter und Komponist. Absolvierte das Stiftsgymnasium in Melk, wo er Klavier-, Violin- und Orgelunterricht von Richard Kramer erhielt. 1909/10 Studium der klassischen Philologie in Tübingen/D und Klavierstudium bei Angelo Kessissoglu in Stuttgart/D; 1918 Dr. phil. in Innsbruck. 1918–20 lebte er in Knittelfeld/St und trat 1920 in den Dienst der Steiermärkischen Landesregierung. 1924–29 betrieb er Kompositionsstudien am Wiener Konservatorium bei R. Fuchs und L. Suchsland.

W: Orchestermusik, Kammermusik, Klavierstücke, Lieder.

Schr: Volkskundliche u. sprachgeschichtliche Aufsätze.

Lit: B. Kühnen in K. Dreyfus et al., Die Geige war ihr Leben. Drei Geigerinnen im Portrait 2000; B. Kühnen in E. Ostleitner/U. Simek (Hg.), Ich fahre in mein liebes Wien. Clara Schumann – Fakten, Bilder, Projektionen 1996; W. Walter, M. S.-Roeger (1863–1955), Dipl.arb. Graz 2002; StMl 1962–66; DBEM 2003; Riemann 1961; Kürschner 1954; Müller-Asow 1929; F-A 1936 u. 2 (1978); Urtheile der Presse über das Streichquartett S.-Roeger 1898; WStLA (Biographische Slg.); Mitt. Diözesanarchiv Graz (Matrikendaten; Schulakten Pfarre Graz-Münzgraben).

ChF