Als Fünfzehnjähriger kam S. nach Weimar/D, wo er bei E. W. Degner Musiktheorie, bei Eduard Götze und Karl Müller-Hartung Klavier sowie bei Friedrich Grützmacher Violoncello studierte. Anschließend setzte er seine Studien bei Julius Klengel (Violoncello) in Leipzig/D fort und bildete sich nebenbei in der Musiktheorie weiter. Er wurde Solocellist des Philharmonischen Orchesters Leipzig und konzertierte mit dem Kaim-Orchester München/D. 1891–97 war er als Lehrer für Violoncello, Klavier und Chorgesang an der Musikschule des Pettauer Musikvereins (Ptuj/SLO) tätig. Seit 1899 unterrichtete er an der Schule des Musikvereins für Steiermark in Graz Violoncello und Klavier, ab 1908 auch Musiktheorie, und blieb dieser Schule zwölf Jahre lang treu. Danach unterrichtete er nur mehr zum Broterwerb einige Privatschüler und widmete sich vorwiegend dem Komponieren. 1919 übernahm S. die künstlerische Leitung der neu gegründeten Grazer Urania. In dieser Funktion betreute er das von ihm gegründete Urania-Quartett, Frauenchor und Singverein, stellte Konzertprogramme zusammen, wirkte als Konzertdirigent und hielt musiktheoretische Kurse ab. Sein kompositorischer Stil wird von Zeitgenossen als „jeder zeitüblichen Reklame und aufdringlicher Propaganda vollkommen fern stehend“ beschrieben.
W: Symphonische Werke, u. a. Symphonie c-Moll op. 60, Symphonie A-Dur op. 101; 2 Konzerte f. Vc. u. Orch. op. 122 (1927) u. op. 154 (1938); Symphonische Trauermusik op. 77 (1915); Chormusik; Chor-Orchestermusik; Kammermusik mit u. ohne Kl.; zahlreiche Lieder f. Singstimme u. Kl. u. a.
Schr: Die Einführung leiterfremder Akkorde in Dur und Moll ohne modulatorischen Charakter. Eine moderne harmonische Studie [Ms.; o. J.]; Musikalische Formenlehre op. 160.
Lit: R. Rubisch in Bll. f. Kunst u. Schrifttum 1/1 (1927); StMl 1962–66; K. Hubmann, L. S. (1871–1943). Sein musikalischer Nachlaß, schriftliche Prüfungsarbeit MHSch. Graz 1993.
KH