Sollte ursprünglich Geistlicher werden, studierte dann jedoch Jus und war 1803/04 Privatsekretär des bayerischen Gesandten in Salzburg. 1804–10 stand R. am Theater an der Wien im Engagement. 1822–27 wirkte er als Gesanglehrer an der Wiener Hofoper, nach Aufenthalten in verschiedenen Städten ging er 1830–32 als Sänger und Theaterdirektor nach Paris. 1832–46 in London, bemühte er sich hier bis 1835 um die Etablierung der deutschen Oper. Ab 1846 war R. Schulmusiklehrer in York/GB, 1853 übersiedelte er nach Deutschland.
Seine (zweite?) Frau Anna (geb. Uëtz): * 25.8.1802 Wien, † 13.11.1872 Köthen. Sängerin (Sopran). Debütierte 1821 am Theater an der Wien, 1822/23 war sie in Agram und 1823–26 in Graz engagiert, 1826/27 an der Wiener Hofoper. Um 1828 heiratete sie J. A. R., mit dem sie 1828/29 in Aachen/D tätig war und dem sie nach Paris und London folgte. Ihr Bruder war der Bariton und Schauspieler Franz Uëtz (* 1800/01 Wien?, † 10.4.1864 Karlsruhe/D), der zunächst gemeinsam mit seiner Schwester auftrat und 1844–64 dem Hoftheater in Karlsruhe angehörte.
J. A. R.s Schwester Elisabeth (eig. Maria Eva): * 19.6.1793 Neunburg vorm Walde, † 3.3.1883 Weimar/D. Sängerin (Sopran). War 1811–13 Mitglied der Wiener Hofoper und heiratete 1813 J. N. Hummel. Danach scheint sie sich von der Bühne zurückgezogen zu haben.
Seine Söhne
August: * 1.12.1814 Graz, † 18.6.1876 Budapest. Dirigent und Schriftsteller. Erster Musikunterricht vom Vater, weitere Klavierstudien bei Johann Christoph Keßler in Wien. 1830–32 Korrepetitorentätigkeit in Paris, wo er Assistent von G. Rossini am Théâtre Italien war und Klavierunterricht von Johann Peter Pixis und H. Payer erhielt. Nach Kompositions- und Klavierstudien bei J. N. Hummel ging er 1832 nach London, wo er als Assistent G. Meyerbeers an der französischen Oper sowie als Musiklehrer und Operettenkomponist wirkte. 1837/38 Klavierlehrer in Melun bei Paris/F und 1838 Musikdirektor in Bamberg/D. 1839/40 in Wien, anschließend in Weimar und 1843–49 2. Musikdirektor in Dresden/D unter Rich. Wagner, mit dem er sich an der Dresdner Revolution beteiligte; 1849–62 inhaftiert. Danach lebte er als Schriftsteller in Frankfurt am Main/D (1863–66), München/D und Wien. Verheiratet (1840) war A. R. mit der Schauspielerin Caroline Lortzing (* 1810 Weimar, † 5.6.1871 Wien), einer Nichte von G. A. Lortzing. A. R.s Tochter Wilhelmine (?–?) ehelichte den Opernsänger Paul Alexander Ehrke (1840–93), deren Schwester Luisabeth (Louisabeth, Mathes-R.; * 30.10.1841 Weimar, † 21.4.1913 Kassel/D) war als Schauspielerin erfolgreich und stand 1866–71 und 1879–96 am Wiener Burgtheater im Engagement.
W: Operetten, Oper Farinelli.
Schr: Die Organisation der Volksbewaffnung in Deutschland 1848; Sachsens Erhebung und das Zuchthaus zu Waldheim 1865; (Hg.) Volksblätter 1848f.
Eduard: (* 20.11.1816 Trier/D, † 2.11.1899 Bath/GB) und Joseph Leopold (* 11.4.1838 London, † 20.6.1923 Vittel, Vogesen/F) waren als Pianisten und Komponisten (v. a. in England) tätig.
Lit: NGroveD 21 (2001); MGG 11 (1963); ÖBL 9 (1988); StMl 1962–66; Kosch 2 (1960) [Mathes-R.] u. 3 (1992); F-A 1936; K-R 1997, 2002 u. 2002 [R., Uëtz, Uëtz-R.]; Wurzbach 26 (1874); Eisenberg 1903; Riemann 1961; Mendel-R. 14 (1877); DBEM 2003; Ulrich 1997 [R., Mathes-R., Ehrke].
ChF