Sohn 1944 in die Heimat zurückgekehrter japanischer Eltern. Studierte ab 1953 in Tokyo Klavier, nach Handverletzung Komposition und Dirigieren bei Hideo Saito. Nach ersten Engagements in Japan Fortsetzung der Ausbildung in Europa (in Paris bei Eugène Bigot, in Berlin bei H. v. Karajan) und am Berkshire Music Center in Tanglewood/USA (bei Eleazar de Carvalho, Charles Munch und Pierre Monteux). 1961/62 L. Bernsteins Assistent beim New York Philharmonic Orchestra, Debüt in den USA 1962 mit dem San Francisco Symphony Orchestra. Musikalischer Leiter 1964–68 des Ravinia Festivals des Chicago Symphony Orchestra, 1965–69 des Toronto Symphony Orchestra und 1970–76 des San Francisco Symphony Orchestra. 1970 übernahm O. zusammen mit Gunther Schuller die künstlerische Leitung des Berkshire Music Festivals in Tanglewood, MA/USA und war 1973–2002 Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Neben seinen Aufgaben in Amerika, verbunden jeweils mit weltweiten Tourneen, gastierte er regelmäßig in Japan und Europa bei den bedeutendsten Orchestern (u. a. Wiener Philharmoniker, 2002 auch Neujahrskonzert); nach einigen konzertanten bzw. halbszenischen Aufführungen gab er 1969 sein Opern-Debüt bei den Salzburger Festspielen, es folgten Boston, MA/USA, London, Mailand/I, die Wiener Staatsoper (1988), Paris und New York. 1984 gründete O. in Japan zur Erinnerung an seinen Lehrer das Saito Kinen Orchestra, 1992 das Saito Kinen Festival in Matsumoto/J. Seit 2002/03 ist O. Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Ein temperamentvoller, äußerst beweglicher (tänzerischer) Dirigent, der selbst die schwierigsten Werke demonstrativ auswendig dirigiert.
P: 1. Preis beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Besançon/F 1959; Sergei Koussevitzky-Preis Tanglewood 1960; Dr. h. c. Univ. of Massachusetts/USA sowie New England Conservatory of Music, Boston und Wheaton College, Wheaton, IL/USA; Musician of the Year (der Zs. Musical America) 1998; Ritter der frz. Ehrenlegion 1998; Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 2002; zahlreiche (Grammy Award, Grand Prix du Disque, Edison Award).
Lit: NGroveD 18 (2001); DirigentenE 1985; W. Sinkovicz in Die Presse 24.6.1999; Riemann 1975; F-A 2 (1978); www.wiener-staatsoper.at (6/2004).
UH