Erhielt 1775–81 von seinem Onkel P. Innozenz L. (* 29.9.1745 Algund bei Meran/Südtirol [Merano/I], † 13.1.1807 Nandesbusch/D) in Benediktbeuren/D Musikunterricht und wurde nach dem Tod seines Vaters, des Organisten Franz Xaver L. (* 13.11.1735 Algund, † 20.2.1782 Algund), dessen Nachfolger in Algund. 1785 studierte er in München am Lyceum Gregorianum. 1786 gab er der Gräfin Heimhausen in Longeville/F Klavierunterricht. 1788 ging L. nach Paris, wo er seine Oper Wenzel herausbrachte und sehr erfolgreich am Conservatoire lehrte (1797–1802). Daniel François Esprit Auber und Alexandre Pierre François Boëly waren seine (allerdings privat unterrichteten) Schüler. 1797 heiratete er die Violinvirtuosin Magnier de Gondreville. Sein frühromantischer Stil beeinflusste die junge französische Komponistengeneration.
W: Oper Wenzel ou Le Magistrat du peuple 1793, Opéra comique Les Vieux fous 1796; Kammermusik (Sonaten für Kl. [auch vierhändig], V. u. Vc.).
P. Joseph Alois: * 7.3.1769 Algund, † 20.2.1851 Brixen/Südtirol (Bressanone/I). Komponist. Wurde 1777–84 ebenfalls in Benediktbeuren von Innozenz L. unterrichtet. Danach kam er anstelle seines Bruders als Organist nach Algund. 1792–98 studierte er in München Philosophie, Theologie und Musik (Klavier und Komposition). In Brixen fand er 1798 eine Anstellung am fürsterzbischöflichen Konsistorium, wurde zum Priester geweiht (1799) und stieg bis zum Hofkaplan (1802) und Konsistorialrat (1816) auf. 1828 war L. Musikdirektor in Neustift. 1839 wirkte er in Brixen in einer (von ihm initiierten?) Akademie zugunsten des Salzburger Mozart-Denkmals mit.
W: Werke für Kl. (Fantasien, Variationen u. a.); Kirchenmusik (Stabat mater, Ave Maria).
Schr: Gründliches Lehrbuch (für den Klavierunterricht) o. J.
Lit: MGG 10 (2003) und 8 (1960); NGroveD 14 (2001); ÖBL 4 (1969); Riemann 1961; EitnerQ 6 (1902); Wurzbach 13 (1865); E. Knoflach in ÖMZ 25/11 (1970); F-A 1936.
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