Kirnbauer, Susanne
* 27.7.1942 Wien. Tänzerin.

Studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, darüber hinaus bei Nora Kiss, Serge Peretti, Raymond Franchetti, Rosella Hightower und Marika Besobrasova. 1956 in das Ensemble des Wiener Staatsopernballetts aufgenommen, avancierte sie 1967 zur Solotänzerin und war 1972–86 1. Solotänzerin. 1986–96 leitete sie das Ballett der Volksoper Wien. Als vielseitige Tänzerin, die im Laufe ihrer Karriere mehr und mehr an dramatischer Intensität gewann, tanzte K. jenes breitgefächerte Repertoire, das das Staatsopernballett in der Zeit ihres Engagements anbot. Eingerahmt von den großen Ballerinenrollen des romantisch-klassischen Repertoires wie Aurora in W. Orlikowskys Dornröschen (1966), der Titelrolle in Orlikowskys Aschenbrödel (1971), Julia in John Crankos Romeo und Julia (1976) sowie der Titelrolle in Giselle (1980) tanzte K. „Wiener Rollen“ wie Pepi Swoboda in E. Hankas Hotel Sacher (1967), tänzerische Bravourpartien wie die Ballerina in Harald Landers Etüden (1968), neoklassische Rollen in George Balanchines Liebeslieder Walzer (1977) und La Valse (1978) sowie die klassische Moderne von Hans v. Manen (etwa Grand Trio, 1979). Dramatische Höhepunkte ihrer Karriere waren die Partie der Hagar in Antony Tudors Pillar of Fire (1969) sowie das Mädchen in A. v. Milloss' Der wunderbare Mandarin (1971). Für die Volksoper kreierte sie u. a. Arthur Schnitzler und sein „Reigen“ (1988, M: Collage) und Fanny Elßler – Frau und Mythos und (1989, M: W. Silewicz). K. schuf zahlreiche Gastchoreographien in Österreich, Italien und Deutschland.

Lit: Raab 1994; E. Fleissner-Moebius, Erika Hanka und das Wr. Staatsopernballett 1995.

GOSch