Aus großbürgerlichem Haus (ihr Großvater war mit Joh. Strauß Vater befreundet), erhielt sie eine gute musikalische Ausbildung (Gesang, Klavier, Violine, Komposition). Ab 1909 mit dem Generalstabsarzt Hans Scheidl verheiratet, wurde deren Haus bald zu einem gesellschaftlich-kulturellen Treffpunkt Wiens. H.-Sch.s vorwiegend vokal ausgerichtetes Werk (v. a. die frühen Werke bis 1914 waren Lieder) stehen in spätromantischem Stil und wurden zu Lebzeiten der Komponistin oftmals und unter positiver Resonanz in der Presse aufgeführt.
W: Maria Magdalena, Ginevra, Die Tänzerin von Schemacha, Die Totenhochzeit, Die Stickerin von Treviso (Opern), Titanic (symphonische Dichtung); Theuerdanks Brautfahrt (Melodram), Pantomimen, Orchesterwerke, Lieder.
Ihr Cousin Carl H. (Pseud. Charles Vernay): * 11.6.1863 Wien, † 29.3.1942 Wien. Komponist und Klavierfabrikant. Nach der Matura trat C. H. 1882 in das väterliche Bankhaus J. H. Stametz & Co ein, das er bis zur Fusion mit der Unionbank 1908 gemeinsam mit dem Vater führte. 1909 übernahm er die Klavierfabrik L. Bösendorfer und führte sie bis zur Übergabe an seine Söhne als Alleinunternehmer. C. H. hatte bei E. Kremser Komposition studiert und galt als hervorragender Pianist und Cellist. Unter seinem Pseudonym trat er häufig als Liedbegleiter in Konzerten auf. Ab 1910 gehörte er dem Direktorium der Gesellschaft der Musikfreunde an und war bis 1938 deren Finanzreferent. C. H. war jedoch auch ein begeisterter Sportler, einer der ersten Radrennfahrer und Schiläufer Österreichs.
W: Lieder, Männerchöre, Vokalquartette.
Lit: Marx/Haas 2001; ÖL 1995; NDB 10 (1974); ÖBL 3 (1965); Czeike 3 (1994).
ETH