Hartmann, Friedrich Helmut
* 21.1.1900 Wien, † 12.1.1972 Wien. Komponist, Dirigent, Musiktheoretiker.

Nach seiner Ausbildung als Jurist (Dr. jur.) und Musiker (bei J. Marx, Fr. Schmidt, F. v. Weingartner u. a.) war er Prof. für Musiktheorie an der MAkad. in Wien, künstlerischer Beirat bei Radio Wien, Chefdirigent des Wiener Kammerorchesters und Mitglied mehrerer Fachkommissionen. Von den Nationalsozialisten 1939 zur Emigration (Exil) gezwungen, ging er nach Südafrika und wirkte 1939–63 als Prof. für Musiktheorie und als Dekan der Musikfakultät zuerst an der Rhode-Univ. in Grahamstown/ZA, sodann an der Univ. von Johannesburg/ZA. Nach seiner Rückkehr nach Wien bekleidete er die Stelle eines Vize-Präsidenten der MAkad. in Wien. Seine Lehrbücher fanden weite Verbreitung. H. war seit 1929 mit der Konzertsängerin und Musikpädagogin Anny H., geb. Schwed (1892–1972), verheiratet, die als gesuchte Gesangs- und Klavierpädagogin in St. Andrä-Wördern/NÖ, nach der Emigration in Grahamstown wirkte.

W: Musik zu Goethes Faust, Musik zum Schauspiel Der weiße Fächer (H. v. Hofmannsthal); Symphonien, ein symphonisches Konzert f. Hr. u. Orch., ein Klar.-Konzert; Kammermusik; Klavierstücke; Lieder.

Schr: Harmonielehre 1934; Allgemeine Musiklehre 1937; Kontrapunkt (gem. m. M. Springer) 1936.

Lit: Kunstnachrichten, Sondernummer, Festausgabe der Staatsakad. für Musik und darst. Kunst in Wien 1937, 20; E. H. Müller (Hg.), Dt. Musiker-Lex. 1929; Kürschner 1954.

KSch