1908 röm.-kath. Taufe. Nach Tätigkeiten im Buch- und Illustrationsgewerbe 1929/30 erste Auftritte als „Blitzdichter“ in Berlin, 1931 gemeinsam mit St. Kadmon Begründer des ersten Wiener Kellertheaters Lieber Augustin, in dem er bis 1935 als Hausautor und Conférencier wirkte. Das sog. „Blitzen“ zu dritt (spontane Reaktion von Dichter, Musiker und Zeichner auf Publikumszuruf) wurde dort besonders gepflegt. Auch für andere Kleinbühnen (u. a. Literatur am Naschmarkt bis 1938, Kabarett Stachelbeere) und für Zeitungen und Zeitschriften (1931–37 für das Wiener Magazin, auch für Simplicissimus, Querschnitt, die Berliner Vossische Zeitung, das Prager Tagblatt und den Wiener Tag) verfasste er skurrile Einakter, groteske Gedichte und Parodien, die er z. T. auch selbst illustrierte. 1938 emigrierte (Exil) H. nach Jugoslawien, wurde ausgewiesen, kehrte 1939 nach Wien zurück, arbeitete zunächst für die Kleinkunstbühne Wiener Werkel, dann zwangsverpflichtet in der Wiener Leergutsammelstelle und versteckte sich 1942 bei A. Steinbrecher, bis er am 17.7.1942 über Theresienstadt (Terezin/CZ) nach Auschwitz deportiert wurde. Einem breiteren Publikum wurde H. erst relativ spät wieder bekannt. Sein Nachlassverwalter Friedrich Torberg (Nachlass jetzt in der ÖNB) gab 1972 das erste H.-Buch überhaupt, eine Gedichtauswahl, heraus. Es folgten zahlreiche Künstler, die H.s Werke musikalisch interpretierten: u. a. A. Heller, H. Qualtinger, G. Bronner und P. Wehle.
W: Ungarische Schöpfungsgeschichte; Slg. Der Mond schlug grad halb acht (hg. v. Fr. Torberg) 1972; Steif weht die Brise von der Postsparkasse (hg. v. G. Bronner) 1984; Grotesk-Gedichte 1991; Die Wüste ist aus gelbem Mehl (hg. v. Fr. Achleitner) 1997; Die Affenparty (hg. v. V. Kaukoreit) 2001; Gedichte. – Video: G. Bronner/E. Ott, Der Hammerschlag des lieben Augustin (T: P. H., M: G. Bronner).
Lit: http://www.onb.ac.at/sichtungen/berichte/kaukoreit-v-4a.html (5/2002); O. Benz in Wiener Ztg. 31.3.1998; Czeike 3 (1994); ÖBL 2 (1959); H. Veigel, Lachen im Keller 1986; MGÖ 3 (1995).
UH