Geiger, Familie
Joseph: * 20.3.1810 Fischamend/NÖ, † 30.12.1861 Wien. Komponist und Klavierlehrer.

Wurde in Wien ausgebildet, wo er Musiklehrer hochadeliger Familien war, seit 1840 auch von Erzhzg. (später Kaiser) Franz Joseph und dessen Brüdern. Zahlreiche von G.s Werken wurden bei A. Diabelli und Haslinger verlegt.

W: Oper Wlasta 1840; Messen u. Graduale; symphonische Dichtung Kaiser Max auf der Martinswand; Chöre und Lieder.

Lit: Erhart 1998; Czeike 2 (1993); ÖBL 1 (1957); Stieger II/2 (1977).

Seine Tochter Konstanze (Therese Adelheit [!]; seit 1862 Freifrau von Ruttenstein): * 16.10.1835 Wien, † 24.8.1890 Dieppe/F. Pianistin, Komponistin, Sängerin (Sopran) und Schauspielerin. Erhielt vom Vater sowie angeblich von W. J. Tomaschek und von S. Sechter Unterricht und gab bereits als 6-jähriges Wunderkind Konzerte im In- und Ausland. 1844 waren schon zehn ihrer Kompositionen gedruckt, die auch von J. Strauß (Sohn), mit dessen Familie sie befreundet war, gespielt wurden. Von 1848 bis zu ihrer Heirat 1861 mit Leopold Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha trat sie auch als Sängerin und Schauspielerin an die Öffentlichkeit, u. a. am Theater an der Wien und am Theater in der Josefstadt in Wien sowie in Graz, Innsbruck, Linz, Prag und Budapest. Seit 1884 lebte sie verwitwet in Paris.

W: Instrumentalmusik (Preghiera 1845); Klavierwerke (Franz Joseph-Marsch; Ischler Seufzer; Nocturnos); Vokalmusik (Ave Maria f. Sopran, Chor u. Org.).

Lit: K-R 1997; ÖBL 9 (1988, Ruttenstein); Ulrich 1997; Kosch 3 (1992).

UH