Fürst, Paul Walter
* 25.4.1926 Wien. Bratscher und Komponist.

Lernte u. a. Violine, Klavier und Blechblasinstrumente im Musischen Gymnasium in Frankfurt a. M./D und studierte dann weiter an der MAkad. in Wien (u. a. bei W. Boskovsky, J. Marx) und privat auch bei A. Uhl. Er wurde zunächst Solobratscher beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester (1951–54), arbeitete als Korrepetitor bei F. Großmann, spielte 1954–61 bei den Münchner Philharmonikern und war schließlich 1961–90 Bratscher und 1969–90 auch Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker. In München wurde F. durch Begegnungen mit Hermann Scherchen und Ernst Amadeus Hartmann zu etlichen Kompositionen angeregt. Kompositionsaufträge erhielt er u. a. von den Wiener Festwochen, der Internationalen Stiftung Mozarteum, vom Brucknerhaus Linz, vom österreichischen, bayerischen und japanischen Rundfunk; viele Instrumentalkonzerte entstanden auf Anregung von bedeutenden Virtuosen. Charakteristisch für sein Schaffen hielt F. „einen lyrischen Grundcharakter und den Einsatz von Klangfarben und Klangstrukturen“. In einigen Werken schrieb er den Ausführenden auch außermusikalische Aktionen vor. Seit 1970 ist er Präsident der Österreichischen Verwertungsgesellschaft für Interpreten (ÖSTIG), seit 1984 Geschäftsführer derVerwertungsgesellschaft für Tonträger und Interpreten (LSG-Interpreten) und 1993 Vorstandsmitglied, 1998 (als Nachfolger von G. Wimberger) Präsident der AKM. Außerdem wirkte er lange Jahre als Präsident der Sektion Musiker und als Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst-Medien-Sport-Freie Berufe (Interessensvertretungen) und widmete sich Projekten zur Nachwuchspflege im Musikbereich.

P: Prof.-Titel 1970; Förderungspreis der Stadt Wien 1970 und des Landes NÖ 1990; Großes Ehrenzeichen der Republik Österreich 1980; Goldenes Verdienstzeichen der Stadt Salzburg 1982; Förderpreis für Komponisten des Landes Niederösterreich 1990; Preis der Stadt Wien 1994.

W: Oper Catalina Homar 2002; Ballett Dorian Gray 1963; Orchester- und konzertante Werke; Kammermusik; Chorwerke.

Lit: MaÖ 1997; NGroveD 9 (2001); KdG 16 (12/1998); Who is who in Öst. 1997; Musikalische Dokumentation P. W. F. (mit WV) 1989; Goertz 1979 u. 1994; MGÖ 3 (1995).

UH