Wiener Festwochen
In Wien etabliertes Festival, das jährlich im Mai und Juni stattfindet.

Zurückgehend auf die Wiener Musikfeste 1912 und 1920 sowie das Musik- und Theaterfest der Stadt Wien 1924 (mit Arbeiter-Sinfoniekonzerten), wurden die ersten W. F. 1927–37 in Wien und Niederösterreich veranstaltet, schon damals mit Blick auf den Fremdenverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Idee einer Festwoche 1947 verwirklicht werden, 1951 kam es unter Stadtrat Hans Mandl (bis 1965 Präsident der W. F.) zur endgültigen Wiederbelebung der Musik-, Tanz-, Theater- und Filmfestspiele. Der Neubeginn war nicht zuletzt politisch motiviert und von der SPÖ lanciert: Wien sollte der Welt als „die“ Musikstadt präsentiert werden (Musikland Österreich). Im Unterschied zu den Salzburger Festspielen wurde weniger der repräsentative Aspekt als der Festcharakter betont.

Neben dem gängigen Repertoire wurde von Anfang an auch Musik des 20. Jh.s aufgeführt. Bis in die 1970er Jahre waren die Wiener Symphoniker das wichtigste Orchester. Als Spielstätte steht neben zahlreichen weiteren Schauplätzen seit 1962 das Theater an der Wien zur Verfügung. Unter U. Baumgartner (1965–77) wurden die Avantgarde und experimentelle bzw. alternative Veranstaltungen (Projekt „Arena“) integraler Bestandteil des Festivals.

Lit: W. F. 1951–2001. Ein Festival zw. Repräsentation u. Irritation 2001 [mit Chronik]; Czeike 5 (1997); MGÖ 3 (1995); www.festwochen.at (5/2006).

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