Eibenschütz, Geschwister
Ilona: * 8.5.1873 Budapest, † 21.5.1967 London. Pianistin.

Debütierte bereits mit sechs Jahren und unternahm als Kinderstar weite Konzertreisen. Mit 10 Jahren begann sie (bis 1885) bei H. Schmitt am Wiener Konservatorium zu studieren, ergänzt durch Kurse bei F. Liszt und A. Rubinstein und eine vierjährige Ausbildung bei C. Wieck (1886–90). I. E.s ebenfalls sehr erfolgreiche Karriere als erwachsene Künstlerin dauerte jedoch nur bis zu ihrer Hochzeit 1902, mit der sie sich aus dem öffentlichen Konzertleben zurückzog (1903 entstand noch eine Tonaufnahme mit Werken von J. Brahms und D. Scarlatti).

Lit: NGroveD 8 (2001).

Riza: * 17.2.1870 Budapest, † 1946 Perchtoldsdorf bei Wien/NÖ. Sängerin (Mezzosopran). Debütierte nach ihrem Gesangsstudium in Wien 1894 in Leipzig. Wirkte an deutschen Opernhäusern (Straßburg, Leipzig und ab 1902 in Dresden); 1897–99 konnte sie große Erfolge in Amerika verbuchen, ebenso bei der UA des Rosenkavalier (als Duenna) 1911 in Dresden. War nach Abschluss ihrer Bühnenkarriere als Gesangspädagogin in Wien tätig. E. war mit dem Dirigenten Oskar Malata (1875–1959) verheiratet.

Lit: Czeike 2 (1993); K-R 1997.

Siegmund: * 19.11.1856 Budapest, † 19.2.1922 Wien. Theaterdirektor. Studium an der MAkad. in Budapest (bei F. Erkel, F. Liszt, R. Volkmann); begleitete dann seine Schwester Ilona auf deren Konzertreisen durch Europa. E. ließ sich schließlich in Wien nieder und wurde Korrepetitor bei M. L. Dustmann-Meyer und P. Lucca. Ab 1887 trat E. als Operndirigent in allen großen Häusern Deutschlands und Österreichs auf und leitete 1908–22 das Carltheater in Wien. 1903 heiratete er die Sängerin (Sopran) Dora E.-Keplinger (* 9.12.1878, † ?). Sie hatte in Wien am Konservatorium studiert und 1900 am Theater an der Wien debütiert. Nach Engagements in Linz und am Theater an der Wien wechselte sie 1907 an das Carltheater. E.-K. brillierte in Operetten von L. Fall und war die führende Operettensängerin der „Silbernen Operette“ in Wien.

Lit: ÖBL 1 (1957); K-R 1997.

ETH