Croll, Gerhard
* 25.5.1927 Düsseldorf/D. Musikwissenschaftler.

Dirigenten-Ausbildung am R. Schumann-Konservatorium in Düsseldorf, Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Göttingen/D (bei Rudolf Gerber; 1954 Dr. phil.), 1959–61 Assistent in Münster/D, wo er sich 1961 habilitierte und bis 1966 lehrte. Seit Gründung (1966) war er bis 1994 Vorstand des Instituts für Musikwissenschaft an der Univ. Salzburg, wo er auch mehrere Jahre ein Collegium musicum leitete. Eine Reihe bedeutender Sammlungen konnte er dem Institut eingliedern, u. a. die Derra de Morroda Dance Archives. C. gründete 1981 die Editionsreihe Denkmäler der Musik in Salzburg, 1992 das Forschungsinstitut für Salzburger Musikgeschichte, war u. a. auch Mitarbeiter der Neuen Mozartausgabe und ist seit 1960 in der Editionsleitung der Gluck-Gesamtausgabe. Seit 1987 ist er Präsident der Internationalen Gluck-Gesellschaft.

P: Wiener Mozart-Medaille 1968.

Schr: Das Motettenwerk Gaspars v. Weerbeke, Diss. Göttingen 1954; A. Steffani (1654–1728). Studien zur Biographie. Bibliographie der Opern und Turnierspiele, Habil. Münster 1961; J. M. Haydn (gem. m. K. Vössing) 1987; zahlreiche Aufsätze; (Mit-)Hg. zahlreicher Musik-Editionen (u. a. Gaspar v. Weerbeke-GA) und Kongressberichte (u. a. Gluck in Wien 1989).

Lit: W. Gratzer/A. Lindmayr (Hg.), [Fs.] G. Croll 1992 (mit Schriftenverzeichnis); NGroveD 5 (1980) u. 6 (2001); NGroveDO 1 (1992); MGG 5 (2001) u. 15 (1973); MGÖ 3 (1995).

UH