Als Tänzerin, deren Karriere 1912 in Wien begann, als Choreographin und Pädagogin mit Hauptwirkungsbereich in England (1914–39) war D. d. M. sowohl dem Ausdruckstanz wie dem Klassischen Tanz verbunden. Als engagierte Tanzpublizistin der Zwischenkriegszeit war sie mit den bedeutendsten Persönlichkeiten der Ausdruckstanzbewegung (R. v. Laban, Kurt Jooss, Mary Wigman etc.) wie auch der Ballettszene (Léonide Massine, Georges Balanchine, Tamara Platonowna Karsawina, Anna Pawlowa etc.) in engem Kontakt. In der Tanzforschung machte sie sich durch aufsehenerregende Funde von wichtigen Tanztraktaten (z. B. Lambranzi-Manuskript von 1715) einen Namen. Weltweite Anerkennung in Fachkreisen erlangte sie durch ihre Sammeltätigkeit, die sie bereits in London begonnen hatte und nach 1945 in Salzburg fortführte. Ihre Tanzsammlung, international bekannt als D. de M. Dance Archives, umfasst Bücher, Manuskripte, ikonographische Quellen aller Art, Musikalien, Ballettlibretti, Programme, Periodika, auch verwandte Gebiete (Kostüm und Bühnenbild, Volks- und Kulturkunde). Die fünf Jh.e Tanzgeschichte dokumentierende Sammlung vermachte sie 1975 testamentarisch dem Institut für Musikwissenschaft der Univ. Salzburg, wo sie heute in- und ausländischen Tanzforschern zur Verfügung steht.
Lit: S. Dahms/L. Roth-Wölfle (Hg.), D. de M. Dance Archives. The Dance Library. A Catalogue. Compiled and annotated by F. D. de M. 1982; S. Dahms/S. Schroedter (Hg.), [Fs.] F. Derra de Moroda 1997.
SD