Conductus
Bezeichnung des Hochmittelalters für ein „neues Lied“ zu feierlichem Schreiten oder Prozessionen;

v. a. an den Weihnachts-Festtagen, sowohl in liturgischem Zusammenhang (besonders vor und nach den Lesungen der Messe) als auch in geistlichen Spielen, von Prosa, Versus oder Carmen praktisch nicht zu trennen, westlich des Rheins sowohl ein- als auch mehrstimmig, in österreichischen Quellen selten und bislang (2001) nur einstimmig nachweisbar (z. B. in Hss. Graz UB 409 und 258 aus St. Lambrecht, 13. Jh.; 756 aus Seckau, 1345; St. Pölten 13).

Lit: MGG 2 (1995); G. A. Anderson in MQ 58 (1972); W. Irtenkauf in AfMw 13 (1956).

RF