1747 Domherr in Salzburg, 1762 Fürstbischof von Gurk, 1772 Fürsterzb. von Salzburg (1803 abgedankt); ergriff rigorose Sparmaßnahmen, um die Schulden des Erzstiftes abzutragen; 1772–81 war W. A. Mozart Mitglied seiner Musikkapelle. 1777 wurden er und sein Vater L. Mozart entlassen, wobei Letzterer durch viel Geschick bleiben konnte, während W. A. Mozart nach Mannheim und Paris aufbrach. Nach dem Tod der Mutter musste er aber an den Hof zurückkehren und eine Stelle als Hoforganist annehmen. Ein weiterer Streit 1781, ausgelöst durch eine Urlaubsüberschreitung, führte zur fristlosen Entlassung Mozarts, der seitdem als freischaffender Komponist in Wien lebte. 1783 sprang Mozart mit der Komposition zweier Duos für Violine und Viola (KV 423 und 424) für M. Haydn ein, der wegen einer Erkrankung einen entsprechenden Auftrag C.s nicht erfüllen konnte.
C., ein Vorreiter des Josephinismus, schuf 1772 viele Feiertage ab und verbot einige Volksbräuche. Er beschränkte die gewöhnliche Messe auf 45 Minuten. Wo es ging, ersetzte C. auch die lateinische Sprache durch die deutsche. So entstand das Deutsche Hochamt (8 Messen von M. Haydn). 1782 lehnte C. in einem Hirtenbrief die Instrumentalmusik in der Kirche ab (statt der Epistelsonaten wünschte er Gradualkompositionen, wie sie etwa M. Haydn auf seinen Auftrag hin schuf) und erließ strenge Richtlinien für die Pflege des deutschen Kirchenliedes. 1783 untersagte er lateinischen Gesang und Instrumentalmessen im Gottesdienst (ausgenommen waren Klöster). Offiziell schrieb er das 1777 erschienene Landshuter Gesangbuch Der heilige Gesang zum Gottesdienste in der römisch-katholischen Kirche von F. S. Kohlbrenner vor, das 1790 von Haydn bearbeitet wurde. Während sich das Deutsche Hochamt nicht halten konnte, behielt der einstimmige, nur von der Orgel begleitete deutsche Volksgesang zur Messe (sog. Messlieder wie Hier liegt vor Deiner Majestät) seine Popularität. C. verbot die meisten Prozessionen, Wallfahrten und Passionsdarstellungen. Wie bei Joseph II. wurden auch C.s Maßnahmen nach wenigen Jahren z. T. wieder zurückgenommen.
Lit: Czeike 1 (1992); MGG 8 (1998) [Salzburg]; MGÖ 2 (1995); Erhart 1998; F. Martin, Salzburgs Fürsten in der Barockzeit 1952.
BB