Besuchte 1822–28 das Prager Konservatorium und war anschließend Theatermusiker in Prag und Graz. Nach einer Anstellung als 2. Orchesterdirektor am Theater in der Josefstadt (1830 [1832?]–34) wirkte er 1834–66 als Orchesterdirektor und Konzertmeister am Linzer Theater. Daneben unterrichtete Z. 1839–55 und 1867–71 Violine im Linzer Musikverein und übernahm 1840 nach J. B. Schiedermayr das Amt des Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeisters. Als solcher war er 1855–68 direkter Vorgesetzter A. Bruckners, mit dem er in freundschaftlicher Beziehung stand. Z. war mit seinen zahlreichen musikalischen Betätigungsfeldern eine zentrale Figur im Linzer Musikleben des 19. Jh.s, u. a. gründete er 1842 mit seinem Streichquartett die Linzer öffentlichen Kammermusikabende.
G: Z.straße (Linz).
P: Ehrenmitglied des Dom-Musikvereines u. Mozarteum Salzburg (1842) u. des Linzer Musikvereins (1869).
Seine erste Frau Jeanette (geb. Sallinger; Pseud. Blumenfeld): * 1813 (Ort?), † 1843 Linz. Sängerin (Sopran). Ihr Vater Franz Sallinger (?–?) war Schauspieler am Theater in der Leopoldstadt, ihr erster Mann ein Kapellmeister namens Christoph (?– nach 1833). Ab 1832 gehörte sie dem Landständischen Theater in Linz an, 1837 ehelichte sie K. Z.
Beider Sohn Karl (II): * 8.12.1837 Linz, † 1.7.1890 Linz. Violinist, Pädagoge, Domkapellmeister. Erhielt eine Ausbildung zum Geiger an der MSch. des Linzer Musikvereins und war 1. Violinist am Linzer Theater sowie am Theater in der Josefstadt (1855–59); Kirchenmusiker an verschiedenen Wiener Kirchen. 1859–71 wirkte er als Orchesterdirektor am Theater in Laibach und Violinlehrer der dortigen Philharmonischen Gesellschaft. Danach übernahm er von seinem Vater dessen Funktionen als Linzer Dom- und Stadtpfarrkapellmeister (1890 folgte ihm K. Waldeck nach) sowie als Violinlehrer an der MSch. des Musikvereins und an der Lehrerbildungsanstalt. Seine Frau (1873) Rosa (1847–97), Tochter des Linzer Theatermusikers und Kopisten Franz Schimatschek (1812–77), gehörte dem Linzer Domchor 24 Jahre als Altsolistin an. Sein Bruder Eduard (1838–89) wurde Opernsäger und trat an verschiedenen deutschen Bühnen auf, als Operetteninterpret konnte er auch in Wien und Innsbruck Erfolge erzielen.
K.s (II) Sohn Karl (III): * 27.8.1879 Linz, † 18.4.1963 Wels/OÖ. Lehrer. Studierte an der Linzer Musikvereinsschule Klavier, Violine und Orgel und absolvierte die Lehrerbildungsanstalt. Anschließend unterrichtete er in verschiedenen oberösterreichischen Orten, zuletzt war er 1922–36 Hauptschuldirektor in Wels, wo er sich aktiv am musikalischen Vereinsleben beteiligte (1923–33 Vorstand des MGV.s Wels). Seine Schwester Johanna (verh. Glaser; 1873–1963) war jahrzehntelang Altsolistin des Linzer Domchores, sein Sohn Hermann Z. (* 19.12.1909 Wels, † 1.4.1994 Gmunden/OÖ), Gymnasiallehrer, gründete die Ortsgruppe Gmunden des Brucknerbundes für Oberösterreich und machte sich auch um das dortige kulturelle Leben verdient.
Lit: H. Z. in BrucknerJb 1982/83; BrucknerH 1996; Wurzbach 59 (1890); F. Scheder, Anton Bruckner Chronologie. Registerbd. 1996.
ChF