Spielte zuerst Ziehharmonika in einem Trio (mit Geige und Gitarre) und trat mit diesem bei Hochzeiten, Hausbällen u. ä. auf. War dann 1869–76 Hornschüler des Konservatoriums der GdM (bei Wilhelm Kleinecke). Daneben zwischen ca. 1871/74 Militärmusiker. Nach seiner Ausbildung war er zuerst ein Jahr lang Hornist der Warschauer Oper und anschließend am Wiener Carltheater, 1882–85 Hornist, 1885–1906 Kapellmeister der Bühnenmusik der Wiener Hofoper. W. spielte auch im Schantl Hornquartett (J. F. Schantl) sowie bei der k. k. Hofjagdmusik. Er wurde als „Johann Strauß des Hornquartetts“ bezeichnet. Sein Bruder Alexander (1857–1934) war ebenfalls Hornschüler des Konservatoriums der GdM und danach Hornist am Theater an der Wien. Dessen Sohn Othmar (1894–1948) war ab 1924 Kontrabassist der Wiener Hofoper und der Wiener Philharmoniker . Von An.s Waldhornquartetten gilt insbesondere das Österreichische Jägerliedchen als populärstes Jagdmusikstück.
P: silberne Medaille der GdM 1876.
W: ca. 300 Werke, u. a. Operette Comtesse Fleurette, Ballett Die verzauberte Rose, Oper Richard Löwenherz; Klavierwerke zu 4 Händen; Waldhornquartette (Des Jägers Wanderlied [bekannt als Österr. Jägerliedchen], Kernschusswalzer, Schützenliebchen, Meisterschützen, Gemsveilchenwalzer, Kirtamarsch, Weana Tanz), Jagdhornkompositionen.
Sein Sohn Alexander: * 11.4.1877 Wien, † 29.12.1955 Zinkenbach bei St. Gilgen/Sb. Oboist, Dirigent. Studierte 1891–96 Oboe bei R. Baumgärtl am Konservatorium der GdM. 1896–99 bei der Musikkapelle des IR.s Nr. 4 „Hoch- und Deutschmeister“. Ab 1900 Mitglied der Wiener Hofoper und 1900–37 der Wiener Philharmoniker. 1919–39 unterrichtete er an der Wiener MAkad. Oboe. Er war auch Oboenlehrer am Neuen Wiener Konservatorium und ab 1945 am Salzburger Mozarteum. 1949–51 war er in den USA, wo er auch unterrichtete. 1951 kehrte er nach Wien zurück. W. begründete 1913 gemeinsam mit E. Mandyczewski die Wiener Bachgemeinde. Von seinen Brüdern war Adolf (1880–1914) Trompeter an der Hofoper und ab 1905 bei den Wiener Philharmonikern, Hans (1882–1948) 1906–36 Hornist des Bühnenorchesters der Hof- bzw. Staatsoper und Richard 1884–1940) Oboist der Hof- bzw. Staatsoper sowie ab 1919 der Wiener Philharmoniker.
P: Offizier der Academie française 1926; Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1927; Österr. Verdienstkreuz f. Kunst u. Wissenschaft 1937; Hofrat; Prof.-Titel; Ehrenmedaille der Stadt Wien 1952.
Schr: gem. m. St. Meyer, Grundlagen der Instrumentenkunde für Musikanten u. Dilettanten 1950.
W: Kantate Die Jahreszeiten in Ober-St. Veit f. Sopran, Bass u. Orch., um 1935 (T: Al. W.)
Lit: Czeike 1997 [Al. W]; Riemann 1961 [Al. W.]; B. Paul in Weidwerk 2006, Nr. 2; E. Möller, Die Musiklehranstalten der Stadt Wien u. ihre Vorläufer in der 1. Hälfte des 20. Jh.s, Diss. Wien 1994 [Al. W.]; Baker 1984 [Al. W.]; F-A 1936 [An. W.] u. 2 (1978); Müller-Asow 1929; Kosel 1902; Eisenberg 1893 [An. W.]; F. Planer (Hg.), Jb. der Wr. Ges. 1929; Die Bühne 1937, Nr. 447 [Al. W.]; [Fs.] Wr. Philharmoniker 1842–1942, 1942 [Al. W., O. W., R. W.]; W. Beetz, Das Wr. Opernhaus 1869 bis 1945, 1949, 93, 95 u. 114; Hellsberg 1992 [Al. W., Ad. W.]; H. u. K. Blaukopf, Die Wr. Philharmoniker 1986; R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. k. GdM 1912, 335 [An. W.]; Ulrich 1997; Mitt. Archiv MUniv. Wien; Mitt. J. Bednarik.
BB