Wirkte, von Musikern am Mannheimer Hof ausgebildet, bereits als 10-Jähriger im dortigen Orchester, studierte Komposition bei G. J. Vogler und übersiedelte mit Kurfürst Karl Theodor 1778 (erste Begegnung mit W. A. Mozart) nach München, wo er 1787 zum Vize-, 1798 zum Hofkapellmeister ernannt wurde. Auf seinen Reisen 1791–98 (u. a. Italien, Deutschland, Prag, Paris, London) kam er auch nach Wien, nahm Unterricht bei A. Salieri und erlebte hier 1796 mit Das unterbrochene Opferfest (s. Abb.) seinen Durchbruch als Opernkomponist. 1798 wurde mit großem Erfolg Das Labyrinth oder der Kampf mit den Elementen auf einen Text von E. Schikaneder uraufgeführt, in dem auf Mozarts Zauberflöte angespielt wurde (Versuch einer Fortsetzung). Weitere Opern für Wien waren Heinrich IV., Hektors Tod, Inez de Castro, Babylons Pyramiden (1. Akt von J. G. Mederitsch), andere u. a. für London und Paris, meist im italienischen Stil gehalten, einzelne auch mit romantischen Zügen; seine Kammermusikwerke wurden z. T. höher bewertet. Nach 1820 schrieb W. überwiegend geistliche Musik.
G: Gedenktafel am Südlichen Friedhof, München.
P: Nobilitierung 1814.
W: Kirchenmusik (Messen u. einzelne Messsätze, Requiem, Te Deum, Stabat mater, Offertorien, Responsorien, Hymnen); über 40 Opern; Melodramen; Ballette; Symphonien; Solokonzerte; Kammermusik; Vokalwerke (Kantaten, Chöre, Duette, Lieder). – Vollständige Singschule 1825, 21874 (Hg. B. Ramann).
Lit: NGroveD 27 (2001) [m. WV]; NGroveDO 4 (1992); MGG 14 (1968) [m. WV]; Riemann 1961 u. 1975; DBEM 2003; L. Kuckuck, P. W. als dt. Opernkomponist, Diss. Heidelberg 1924; E. Löffler, Die Messen P. W.s, Diss. Frankfurt am Main 1928; M. S. Cole in M. Cole/J. Koegel (Hg.), [Fs.] R. Jackson 1997; E. Schenk, Mozart 21975; Mendel-R. 11 (1879); EitnerQ 10 (1904); Wurzbach 57 (1889), 80f; Stieger II/3 (1978); Bauer 1955; Ulrich 1997; MGÖ 2 (1995).
UH