1878–84 musikalische Ausbildung an der Musikvereinsschule in Graz, spielte dann 14 Jahre bei der Militärmusik des IR.s Nr. 27 und schließlich im Grazer Stadttheaterorchester unter M. Spörr.
Seine Brüder
Rudolf: * 25.5.1875 Graz, † 8.6.1920 Graz. Musiker. War Hornist und Schlagzeuger im Grazer Stadttheaterorchester.
Alexander: * 13.2.1877 Graz, † 7.7.1950 Graz. Musiker. Wurde 1892–95 an der Grazer Musikvereinsschule als Klarinettist, Bratscher und Schlagzeuger ausgebildet, spielte bis 1902 beim IR Nr. 7 und gründete 1904 die Grazer Postkapelle. Er komponierte auch Tanz- und Marschmusik.
Ludwig sen.: * 30.11.1884 Graz, † 2.4.1945 Baden bei Wien/NÖ. Musiker, Kapellmeister, Komponist, Pädagoge. Spielte nach seinem Studium am Konservatorium der GdM in Wien Oboe, Schlagwerk und Posaune im Grazer Theaterorchester, leitete 1907–27 die Kurkapelle in Bad Johannisbrunn (Janské Koupele ve Slezsku/CZ), war 1907 Mitbegründer und 1. Posaunist des Wiener Tonkünstlerorchesters, später in dessen Nachfolgeinstitutionen Wiener Symphonieorchester (bis 1934; 1921/22 Dirigent der Belvedere-Konzerte) und Wiener Symphoniker (bis 1937). Während des Ersten Weltkriegs war er Militärkapellmeister und Komponist (Kaiser Karl-Marsch) beim IR Nr. 10, 1924–33 Musikdirektor des Kurorchesters Bad Vöslau/NÖ und wirkte als Rundfunkkapellmeister sowie als Posaunenlehrer am Neuen Wiener Konservatorium. L. W. betätigte sich nach seiner Pensionierung als Musikkritiker.
G: L.-W.-Gasse, Graz.
P: Prof. h. c. (vom Königreich Rumänien ernannt); Brucknerring der Wr. Symphoniker 1933; Goldene Ehrennadel des Österr. Musikverbandes.
W: symphonische Dichtung Dolomitenfreuden; Tanz- u. Marschmusik.
Robert (I): * 26.7.1888 Graz, † nach 1966? (Ort?). Musiker. Vom Hornisten Al. Schantl (I) in Graz ausgebildet, spielte wie sein Bruder A. W. im IR Nr. 7 und später im Grazer Theaterorchester, 1912–14 im Wiener Tonkünstlerorchester.
P: Goldenes Ehrenzeichen des Bundes der Blaskapellen in der Steiermark 1961.
Söhne von L. sen.
Ludwig jun.: * 7.7.1909 Baden, † 2.9.1965 Baden. Komponist, Dirigent und Chormeister. Lernte Komposition bei Oskar Lenek (1901–85) und schrieb neben seinen kapellmeisterlichen Tätigkeiten in Baden zahlreiche Werke verschiedener Genres.
W: Melodram Die Ehebrecherin; Ouvertüren; Orchestersuite Bilder des Seins; Konzerte f. Kl., Pos. u. Orch.; Gesänge f. Sopran u. Orch.; Klavierstücke; Lieder.
Lit: StMl 1962–66; Müller-Asow 1929 [L. W. sen.].
Erik: * 23.5.1918 Baden, † 9.4.1992 Hinterbrühl/NÖ. Pianist, Komponist, Musikschriftsteller. Trat schon 7-jährig öffentlich auf, wurde vom Vater und als Jugendlicher in Klavier, Geige und Musiktheorie ausgebildet, studierte in Wien an der Univ. Altphilologie und Musikwissenschaft (Dr. 1940) sowie an der MAkad., spielte ab 1936 Klavier im Rundfunk und war ab 1937 als Musikkritiker und -schriftsteller tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg dirigierte er eine Saison im Badener Stadttheater, wurde Leiter der Mozartgemeinde Wien und war auch Mitbegründer der Zeitschrift Musikerziehung. 1949–92 unterrichtete E. W. Lied und Oratorium an der Wiener MAkad./MHsch. Ab 1952 gehörte er zu den regelmäßigen Mitarbeitern und auch zur Redaktion der Österreichischen Musikzeitschrift . Konzerte und Tourneen ab 1949 mit nahezu allen großen Sängerinnen und Sängern seiner Zeit festigten seinen Ruf als einer der bedeutendsten Liedbegleiter.
P: Musikpreis des Landes Niederösterreich 1965; Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst 1. Klasse 1968; Kulturpreis der Stadt Baden 1969; Kulturpreis des Landes Niederösterreich f. Musik 1974; Mozart-Medaillen Wien, Salzburg, Paris; zahlreiche weitere in- u. ausländische Auszeichnungen.
W: Singspiel Trauben f. die Kaiserin 1948, UA 1955; Balladen; Bühnen- u. Kammermusik (Stücke f. V. u. Kl.); Lieder u. Liederzyklen f. div. Besetzungen, u. a. Bearb. v. Komödienliedern f. E. Ott.
Schr: Die Rolle u. Bedeutung des Sängers bei Homer, Hesiod u. Pindar, Diss. Wien 1940; Richard Strauss 1949; Joseph Marx 1964; Hugo Wolf, oder Der zornige Romantiker 1971; Erich Marckhl 1972; Hugo Wolf u. seine Lieder 1984; Essays; Aufsätze u. Kritiken v. a. in der ÖMZ (s. Register 1975 u. 2000) u. in der ME; Hg.: Tenoralbum aus dem Repertoire v. Julius Patzak 1951; Bariton-Baß-Album aus dem Repertoire v. Hans Hotter 1953. – Fernsehfilme.
Dessen Frau (ab 1944)
Ada, geb. Kafko (Ady Werba; Pseud. A. Robert): * 1923 Wien, † 1.1.1989 Wien. Sängerin (Sopran). Wurde 18-jährig bereits an deutschen Opernhäusern beschäftigt, nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie weiter und entdeckte ihr Talent für die Interpretation von Komödienliedern; später verzeichnete sie auch Erfolge im der Wiener Kabarettszene. Nach internationalen Gastspielen folgte der Beginn einer langen Karriere als Gesanglehrerin, wobei sie sich selbst in Japan und Island für das Studium des deutschsprachigen Liedes einsetzte.
P: Prof.-Titel; Ehrenkreuz f. Kunst u. Wissenschaft.
Lit: NGroveD 27 (2001); Czeike 5 (1997); DBEM 2003; MGG 14 (1968); Riemann 1975; StMl 1962–66; Erhart 1998; Personenlex. Öst. 2001; ÖMZ, s. Register 1975 u. 2000 (E. u. A. W.); Kürschner 1954; F-A 2 (1978); Österr. Musiker im Exil 1990; Bauer 1955; MGÖ 3 (1995).
Dessen Söhne
Robert (II): * 4.11.1944 Wien. Journalist, Rundfunkmoderator. Arbeitet seit 1962 als freier Journalist, nach seinem Studium an der Univ. Wien (Dr. phil.) ab 1974 Mitarbeiter in- und ausländischer Rundfunkanstalten, Lektor bzw. ab 1993 Gast-Prof. für Operngeschichte an der MHsch. Wien, seit 1979 im ORF tätig.
Schr: Schubert u. die Wiener 1978; Maria Jeritza 1981; Franz Schubert 1997; gem. m. K. Löbl: Opern auf Schallplatten 1983; musiktheoretische u. theatergeschichtliche Aufsätze.
Lit: Who is who in Öst. 1997; eigene Recherchen.
Michael: * 26.6.1955 Wien. Fagott. Fagottstudium bei K. Öhlberger an der MHsch. Wien (1977 Diplomprüfung). 1975 wurde er Mitglied der Wiener Symphoniker , 1976 des Orchesters der Wiener Staatsoper, seit 1979 Solofagottist der Wiener Philharmoniker . Ein besonderes Anliegen ist ihm der Wiener Klangstil, im Besonderen der Wiener Bläserstil.
P: Förderungspreis 1965, Würdigungspreis f. Musik des Landes NÖ 1974; Würdigungspreis des Bundesministeriums f. Unterricht u. Kunst 1977; Mozart-Interpretationspreis.
Lit: Ch. Baier in ÖMZ 47 (1992); Hellsberg 1992; eigene Recherchen.
E. W.s Großneffe Markus: * 14.11.1973 Villach/K. Sänger (Bariton). Gründete 12-jährig eine Band, arbeitete mit E. W. und begann 16-jährig seine Gesangsausbildung, weitere Studien am Konservatorium in Klagenfurt und an der Wiener MUniv. 1997–2000 Mitglied der Volksoper Wien, seitdem freischaffend. Auch als Konzert- und Liedsänger tätig.
P: zahlreiche 1. Preise bei Wettbewerben in Österreich, Italien, Slowenien u. Japan; BBC Singer of the World Cardiff/GB 2003.
Lit: www.volksoper.at/Content.Node2/home/ensemble/4175.php (6/2006); eigene Recherchen.
UH