Sohn eines sächsischen Rittmeisters, kam 1734 nach Wien und spielte am Kärntnertortheater zunächst Liebhaber-, später Väterrollen. Für die deutsche Stegreifburleske schuf er die Figur des „Odoardo“. Er schrieb rund 150 Burlesken, die er meist nach italienischen, spanischen oder französischen Vorlagen bearbeitete. 1741 lieferte W. Pläne für den Umbau des Hofballhauses zum alten Burgtheater, redigierte 1749–64 Die Deutsche Schaubühne zu Wienn, beschäftigte sich daneben mit Studien zur Sprach- und Landesgeschichte und erntete posthum Anerkennung für seine dreibändige Topographie von Niederösterreich. Dem deutschen Literaturreformer Johann Christoph Gottsched lieferte er Wiener Theaterstücke und Auszüge aus der Hofbibliothek. Zu seinem Libretto (1764) schrieb W. A. Mozart um 1768 die Musik zu Bastien und Bastienne.
Schr: ca. 150 Werke, größtenteils verlorene Stegreifburlesken; ca. 20 Stückdrucke (vgl. K. Goedeke, Grundriß zur Gesch. der dt. Dichtung 5 [1893], 301f); Redaktion: Die Dt. Schaubühne zu Wienn nach alten u. neuen Mustern 1–12 (1749–64).
Lit: Ch. H. Schmid, Chronologie des dt. Theaters 1775 (ND 1902); Wurzbach 54 (1886); Kat. der Portrait-Slg. der k. u. k. Generalintendanz der k. k. Hoftheater 1892–94; ADB 41 (1896); H. Haider-Pregler, Des sittlichen Bürgers Abendschule 1980, 292ff; Hadamowsky 1988; O. G. Schindler (Hg.), Stegreifburlesken der Wanderbühne 1990; G. Martin in Niederösterr. Kulturberichte (März 1992); K. Kaufmann in Lit. in der Gesch., Gesch. in der Lit. 29 (1993); D. Jagersbacher, F. W. W., Dipl.arb. Wien 1994; Ch. Schwarzinger, F. W. W. u. seine Bedeutung f. die Entwicklung des Wr. Kärntnertortheaters, Dipl.arb. Wien 1996; Czeike 5 (1997); DBE 10 (1999).
OGSch