„Demoiselle Weidner“, die 1806 am Theater in der Leopoldstadt debütierte und hier 1808 und 1810 genannt wird, ist vermutlich mit K. W. ident. Ab 1810 scheint sie in Agram auf. Hier wirkte Ferdinand Georg W. (1793–1865) auch als Theaterdekorateur, den sie am 3.10.1814 in Wien heiratete (1822 erste, 1834 endgültige Scheidung). 1813 und 1814 gab sie in Baden/NÖ Singspielrollen, in der Wintersaison 1815/16 sang sie in Pressburg, 1816 in Brünn, ab 19.10.1816 am Ständetheater Prag. Mit 4.9.1817 erhielt sie am Kärntnertortheater einen Einjahresvertrag und wurde hier ab 5.9.1818 „fortwährend“ engagiert. Nach dem 1.12.1821 setzten sie die jeweiligen Pächter D. Barbaja, W. R. v. Gallenberg, L.-A. Duport und C. Balocchino/B. Merelli in geringerem Ausmaß ein. 1817–46 sind hier ca. 275 Auftritte in 13 Rollen (davon 10 Hosenrollen) belegt. K. trat auch konzertant auf. Gastspiele u. a. in Hamburg/D, Amsterdam, Pest (Budapest). Insgesamt sind für K. 34 Opernrollen nachgewiesen.
Lit (chron.): F. v. Seyfried, Rückschau in das Theaterleben Wiens seit den letzten 50 Jahren 1864; Wurzbach 52 (1885); M. v. Kendler in Neues Wr. Tagbl. 9.3.1908; R. Wallaschek, Das k. k. Hofoperntheater 1909; A. v. Wurmb in Neues Wr. Journal 10.1.1926; A. v. Wurmb in Neues Wr. Tagbl. 9.1.1943; R. Feuchtmüller, F. G. W. 1793–1865, 1996; K-R 2000 u. 2002; eigene Recherchen.
Ihre Kinder
Ferdinand Franz Joseph: get. 3.9.1816 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 11.3.1885 Wien. Maler, Pianist, Komponist. „Im 7. Jahre“ erhielt er Klavierunterricht. Um 1825 kam er zu seinem Onkel Ferdinand Weidner „in Kost und Erziehung“, 1828 zum Vater. Er war Schüler von Ignaz Putler (Klavier) und M. Strebinger (Violine). 1830 trat er in die Akad. der bildenden Künste ein. „Im 18. Jahre“ diente er in Szered (Sereď/SK) als Zeichenlehrer bei Carl v. Esterházy. Als Solist und Liedbegleiter interpretierte er neben eigenen Werken u. a. Fr. Schubert, C. M. v. Weber, S. Thalberg und F. Liszt. Am Kärntnertortheater erlebten sein Divertissement Die Tochter der Hölle 1848 und sein Ballett Bellerophon 1851/52 einige wenige Aufführungen. 1852 berief ihn die Akademie der Tonkunst zum „Prof. der Pianoforteschule“. Er gab das Archiv classischer Tonkunst heraus.
P: Kammervirtuose des Herzogs v. Nassau (14.11.1845); Ehrenmitglied des Ödenburger Musikvereins (12.4.1847).
W: v. a. Klavierwerke (u. a. „Fantaisies“ über Opernthemen).
Lit (chron.): Wr. Allg. Musik-Ztg. 31.1.1846, Nr. 14; Ch. R. d’Elvert, Gesch. der Musik in Mähren u. Österr.-Schlesien 1873; Wurzbach 52 (1885); A. v. Wurmb in Österreichs Illustrierte Ztg. 1918, H. 15, 279 [mit Foto]; R. Feuchtmüller, F. G. W. 1793–1865, 1996; eigene Recherchen.
Katharina Amalia Lach (geb. W.): * 24.3.1820 Wien, † 6.1.1848 Teltsch/Böhmen (Telč/CZ). Sängerin (Mezzosopran). Ihr Bühnendebüt gab sie in Pest am 29.8.1836. 1837 sang sie in Graz, 1837/38 in Brünn (u. a. mit ihrer Mutter). Am 25.2.1838 Heirat mit Dr. Franz Lach. 1839 debütierte sie am Theater in der Josefstadt (14.9.) und wurde kurz darauf ans Pressburger Theater engagiert. Am 21.9.1841 „reussirte“ sie am Kärntnertortheater, wo sie bis 1847 engagiert war. 1841–47 sind hier über 165 Auftritte in 19 Rollen belegt.
Lit: eigene Recherchen.
NF