R. v. Waldheim gründete 1855 gemeinsam mit dem Holzschneider Friedrich Wilhelm Bader eine xylographische Anstalt, in der er u. a. ab 1857 das Humoristenblatt Figaro herausgab. 1864/65 übernahm er Verlag und Druckerei von Ludwig Förster und erweiterte den Geschäftsbereich auf Buchdruck, Steindruck, Lithographie, Metallographie, später auch auf Wertpapiere, Musikalien u. a. 1874–77 war er Vorsteher des Gremiums der Buch-, Stein- und Kupferdrucker, ferner 1. Präsident des Wiener Kunstgewerbevereins. Sein Sohn Ludwig W. (* 29.1.1861 Wien, † 26.2.1894 Wien) übernahm nach dem Tode des Vaters den Betrieb.
Der in Deutschland ausgebildete Lithograph J. Eberle gründete 1873 in Wien eine eigene Druckerei, die neben Noten u. a. auch Spielkarten druckte. Als Erfinder des Brennätzverfahrens erneuerte E. den Steindruck. 1892 sicherte sich Eberle die erste Gesamtausgabe der Werke A. Bruckners, deren Vertrieb die Firma Doblinger übernahm. Eberle druckte auch die ersten Symphonien von G. Mahler. Für C. A. Artaria übernahm er die Herstellung der Denkmäler der Tonkunst in Österreich . Eberle bzw. W.-E. produzierten auch eigene Verlagswerke, übernahmen aber hauptsächlich den Stich für andere Verlage, darunter auch Musikverlage (neben Doblinger v. a. für die Universal Edition ). W.-E. wurde in der Folge einer der größten österreichischen Privatbetriebe. Zur Zeit des Nationalsozialismus druckte die Firma den Völkischen Beobachter, nach dem Zweiten Weltkrieg v. a. den Kurier sowie weitere Zeitungen und Zeitschriften.
Lit: A. Durstmüller, 500 Jahre Druck in Österreich 2 (1986) u. 3 (1988); ÖBL 1 (1957) [Eberle, Schürer v. Waldheim]; Czeike 2 (1993) [Eberle]; ÖL 1995 [Eberle]; Wurzbach 32 (1876) [Schürer v. Waldheim]; [Fs.] W.-E. 40 Jahre Aktiengesellschaft. 1892–1932 W.-E. AG 1932; A. Mayer, Wiens Buchdrucker-Gesch. 2 (1887) [Eberle, Waldheim]; M. G. Hall, Österr. Verlagsgesch. 1918–1938 2 (1985); BrucknerH 996, 465; F-A 1936; MGÖ 2 (1995); G. Adler, Wollen u. Wirken 1935.
BB